Klötze. Matschiger Boden und strahlender Sonnenschein, so mag es das Breitblättrige Knabenkraut am liebsten. Die Orchideenart findet auf der Klötzer Moorwaldsenke optimale Bedingungen. Zwischen leuchtend gelbem Hahnenklee recken die lilanen Pflanzen ihre Köpfe empor. "Die Orchideenwiese ist eine Besonderheit, auf die ich sehr stolz bin", sagt Dietmar Schulze, Leiter des Landesforstamtes Klötze. Gut 2000 der Orchideen wachsen dort mittlerweile.

Begonnen habe alles mit Manfred Lietze. "Er hat in Kinderjahren hier Orchideen gesehen", erzählt Dietmar Schulze. Und in den 90er Jahren habe er als Bereichsleiter der ABS Drömling sinnvolle Arbeitsmaßnahmen gesucht. Da kam ihm die Idee mit der Orchideenwiese.

Über die Jahre ist das Breitblättrige Knabenkraut immer mehr geworden. "So eine Fläche gibt es nicht häufig in Deutschland", erläutert Dietmar Schulze. Schließlich sei das Knabenkraut nicht nur eine sensible Pflanze. Es ist zudem vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste bedrohter Arten.

Die einzige Pflegemaßnahme: "Einmal im Jahr muss die Fläche abgemäht werden", sagt der Revierleiter. Denn sonst werde der Boden zu nährstoffreich und die Natur würde die Fläche über die Jahre in einen Erlenbruchwald verwandeln. Dort wäre es zu schattig für die Orchidee.

Die Wiese ist unter besonderen Schutz gestellt. "Das ist ein kleines Naturschutzgebiet", erklärt Schulze. "Es dürfen keine Pflanzen entnommen werden; das ist strengstens verboten." Zudem dürfe die Wiese nicht befahren werden.

Der Landesforstbetrieb hat die Klötzer Orchideenwiese mit in das Projekt "49 Förster - 49 Arten" aufgenommen. Dabei kümmert sich jeder Förster besonders um Arten, die in seinem Revier typisch sind. Andernorts sind das etwa Schwarzstorch, Hirschkäfer und Fledermaus.

Der Landesforstbetrieb ist Eigentümer der Wiese. "Wir arbeiten hier sehr gut mit dem Landkreis, der ABS Drömling und dem Betreuungsforstamt Klötze zusammen", sagt er.

Aber die Wiese ist eine vergängliche Schönheit. "Mitte bis Ende Juni beginnen wir mit der Mahd", erklärt Schulze. Doch dann sorgen manche der Pflanzen erneut für Freude. Diesmal als Futter für die Bewohner des Tierparks.