Mit der Fertigstellung des ersten Teilstücks von Bandau bis zur Nesenitzer Kreuzung wird der Traum vom Lückenschluss im Radwegenetz Richtung Klötze langsam Wirklichkeit. Zu denjenigen, die schon vor 13 Jahren für die Verbindung gekämpft haben, gehört Bandaus Alt-Bürgermeister Heinz Peters.

Bandau. Zumindest bis vor die Tore der Purnitzstadt kann der begeisterte Radler Heinz Peters bald auf dem neuen Fahrradweg entlang der Landesstraße fahren. "Jetzt fehlt nur noch das i-Tüpfelchen, der Abschnitt von der Nesenitzer Kreuzung bis Klötze, doch auch da bin ich guter Hoffnung, dass das vielleicht nächstes Jahr etwas wird", freut sich der Bandauer, der von Oktober 1984 bis Dezember 1999 Bürgermeister seiner Gemeinde war und das jahrelange Ringen um die Verlängerung des bis zum Ortsausgang Bandau gebauten Radweges hautnah miterlebt hat.

Nachdem die Verbindung von Beetzendorf nach Jeeben Mitte der 90er-Jahre fertiggestellt worden war, erfolgte 1997 der Anschluss bis Bandau. "Als wir den Radweg zur Freigabe gemeinsam mit Straßenbauamtsleiter Peter Ebneter und Klötzes Bauamtsleiter Dieter Neuschulz abgefahren sind, ging es auch um den nächsten Bauabschnitt", erinnert sich Heinz Peters im Volksstimme-Gespräch. Ebneter habe damals zugesagt, 1998 mit der Projektierung des Weiterbaus zu starten, wenn bis zum 31. März des Jahres alle Eigentümer der betroffenen Flächen schriftlich ihren Verkaufswillen bekunden. 1999 hätte dann der Lückenschluss kommen sollen.

Doch es kam anders. Während Peters in seinem Ort von Haus zu Haus ging, persönlich alle notwendigen Unterschriften einholte und nach Stendal brachte, gab es auf Klötzer Seite Probleme. "Dort existierten Erbengemeinschaften sowie Eigentümer, die im Westen wohnten und an die schwer ranzukommen war", erklärte der Bandauer. Neuschulz und Klötzes damaliger Bürgermeister Lutz Kahler hätten das Projekt dann irgendwann auf Eis gelegt.

Alle Interventionen der Gemeinde, das Verfahren fortzusetzen, hatten keinen Erfolg. "Klötze hat einfach seine Hausaufgaben nicht gemacht", meinte Peters. Ein Grund für das plötzliche Desinteresse könne der Bandauer Sinneswechsel in Sachen Gebietsreform gewesen sein. "Schließlich waren wir schon mit Klötze verlobt und sind dann doch nach Beetzendorf gegangen", erinnert sich der Bandauer Ehrenbürger.

Dass jetzt nach 13 Jahren die Hängepartie dennoch ein Ende hat und nach der Regulierung der Eigentumsverhältnisse zumindest der erste Teilabschnitt bis zur Nesenitzer Kreuzung fertig ist, freut Heinz Peters. "Es wurde ja damals schon einiges Geld ausgegeben für die Projektierung und das Umweltgutachten. Das wäre bei einem Scheitern in den Sand gesetzt worden", erklärte er.

Der Radweg sei nicht nur wichtig für Touristen und Freizeitradler, auch die Klötzer Schüler, die das Gymnasium in Beetzendorf besuchen, könnten über ihn gefahrlos ihre Schule erreichen. "Auf der Straße zu fahren ist bei dem Verkehr dagegen unmöglich. Wer das macht, der riskiert sein Leben", ist sich Heinz Peters sicher, der die Erfüllung seines Herzenswunschs näherrücken sieht. "Wenn es mein Gesundheitszustand erlaubt, möchte ich einmal von Bandau mit dem Fahrrad auf dem neuen Weg nach Klötze fahren", meinte der Alt-Bürgermeister.