Seit 90 Jahren gibt es in Kunrau einen Sportverein. Dieses Jubiläum war den Vereinsmitgliedern am Wochenende Anlass zu feiern und die Vereinsgeschichte ein wenig Revue passieren zu lassen.

Kunrau. Begonnen hat die Vereinsgeschichte im Jahr 1921 mit der Gründung eines Fußballclubs, wie Hans-Jürgen Striecks in seiner Ansprache während des Kommersabends berichtete. Die Gründung eines Reitvereins folgte schnell. Der Kunrauer hatte sich im Vorfeld der Feierlichkeiten darum gekümmert, eine Dokumentation zur Vereinschronik zu erstellen und hatte dabei auch mit vielen älteren Kunrauern das Gespräch gesucht.

In den Dokumenten finden sich auch Aufzeichnungen darüber, welche Sportler zu aller Zeit dafür sorgten, dass die Vereinsgeschichte weitergeschrieben werden konnte. So war das unter anderem in den Jahren 1921 bis 1933 Wilhelm Albrecht, der damals den Sportverein leitete. Nach 1945 waren das Kurt Balzer, Fritz Bartels (Opa vom jetzigen Handballtrainer Ralf Bauke), Karl Faske, Gustav Jahn und Gerhard Schulze, der mit seinen heute 86 Jahren noch immer Mitglied des TSV Kunrau ist. Jene Männer haben am 9. Januar 1947 den Kunrauer Sportverein neu gegründet.

Weitere wichtige Persönlichkeiten im Sportverein bis zur Gegenwart waren und sind: Helmut Karwat, Regina Schulze, Manfred Zeplin, Uwe Bock, Karl Wenzel, Hilde Heimann, Hermann Schulz, Berthold Heimann, Hans-Jürgen Striecks, Jutta Liebelt, Ines Schneider und Burkhard Hartmann. Waren die Sportstättenverhältnisse in den Anfangsjahren eher bescheiden, wurde 1949 im Park ein Handballplatz eingeweiht und kam später noch eine Laufbahn dazu, was ein beachtlicher Qualitätssprung war. Und so wurde aus dem Verein schnell eine Handballhochburg und nahm die Leichtathletik einen enormen Aufschwung.

Ähnlich bescheiden waren zunächst auch die Bedingungen für die Kegler. Während es zunächst nur eine Einbahn-Anlage, zumeist in den Gaststätten, gab, war es Gerhard Schulze, der 1955 eine Sektion Kegeln gründete und sich um eine Zwei-Bahnen-Anlage intensiv kümmerte. Die konnte dann 1961, also vor genau 50 Jahren, bei Gellermanns in Betrieb genommen werden.

"Die absolute Krönung im Sportstättenbau" war allerdings der Bau des heutigen Sportzentrums mit Reithalle, vier Kegelbahnen und zwei Bowlingbahnen. Das Sportzentrum wurde am 27. April 2001 eingeweiht. Seit dieser Zeit hat sich das Kegeln zur Sportart Nummer 1 in Kunrau entwickelt. In den 90 Jahren der Vereinsgeschichte hat es nach den Recherchen von Hans-Jürgen Striecks aber auch Abteilungen wie Turnen, Tischtennis, Schach, Radsport, Kraftsport, Gesundheitssport, Leichtathletik oder auch Gymnastik gegeben.

Neben vielen Erfolgen von Kunrauer Sportlern auf Kreis- und Landesebene sind sie besonders auf Sigrid Heimann stolz. Die zeigte schon in der 1. Klasse ihr sportliches Ausnahmetalent (offensichtlich von Vati Berthold und Mutti Hilde vererbt). Ihre sportliche Karriere ging soweit, dass sie 1980 an den Olympischen Spielen in Moskau teilnahm. Dort verbesserte sie ihre Weitsprung-Bestmarke aus der 1. Klasse mit 3,42 Metern auf dann 6,89 Meter.