• 2. September 2014



Sie sind hier:



Verein Wasserkraft Altmark verlegte Stammtisch nach Brome in die Rehfeldsche Mühle


An der Ohre gab es einst vier Wassermühlen

09.11.2011 05:26 Uhr |


Von Walter Mogk


Fritz Boldhaus vom Bromer Museums- und Heimatverein erläutert den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark die Flussmäander der Ohre, die unmittelbar neben der alten Bromer Wassermühle bewundert werden können.

Fritz Boldhaus vom Bromer Museums- und Heimatverein erläutert den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark die Flussmäander der Ohre, die unmittelbar neben der alten Bromer Wassermühle bewundert werden können. | Foto: Walter Mogk Fritz Boldhaus vom Bromer Museums- und Heimatverein erläutert den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark die Flussmäander der Ohre, die unmittelbar neben der alten Bromer Wassermühle bewundert werden können. | Foto: Walter Mogk

Im Rahmen ihres regelmäßigen Stammtischs besuchten die Mitglieder des Vereins Wasserkraft Altmark diesmal die alte Bromer Wassermühle. Fritz Boldhaus vom Museums- und Heimatverein erläuterte die wechselvolle Geschichte der Mühlen entlang der Ohre.

Anzeige

Brome l Der Verein Wasserkraft Altmark, der seinen Sitz in Beetzendorf hat, schaut gern über den eigenen Tellerrand hinaus. Und so war es keine Frage, dass die Mühlenfreunde den Vorschlag des Neumühlers Herbert Bothe sofort annahmen, ihren Stammtisch in die Rehfeldsche Mühle nach Brome zu verlegen. Dort empfing Fritz Boldhaus, seit Jahren engagiert im Museums- und Heimatverein des Fleckens, die Altmärker und führte sie zunächst an die nahegelegene Ohre. "Der Fluss ist hier dreigeteilt und vereinigt sich erst wieder hinter der Burg", erklärte der Bromer.

Von außen erinnert nur das Wasserrad daran, dass es sich bei dem Zweckbau um ein ehemaliges Mühlengebäude handelt.

Von außen erinnert nur das Wasserrad daran, dass es sich bei dem Zweckbau um ein ehemaliges Mühlengebäude handelt. | Foto: Walter Mogk Von außen erinnert nur das Wasserrad daran, dass es sich bei dem Zweckbau um ein ehemaliges Mühlengebäude handelt. | Foto: Walter Mogk

Das Wasser der Ohre trieb auch jahrhundertelang die alte Mühle an, die eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat (siehe Infokasten). "Sie stand lange leer und verkam zur Ruine, ehe sie doch noch gerettet und ausgebaut werden konnte", berichtete Boldhaus, der als Vorsitzender des Heimatvereins seinen Beitrag dazu leistete. Im Inneren des Gebäudes, in dem heute ein Café untergebracht ist, zeigen zahlreiche alte Bilder, wie diese und andere Mühlen entlang der Ohre früher ausgesehen haben. Zudem zieht der große, gemalte Lauf der Ohre an der Wand die Blicke auf sich.

Fritz Boldhaus (stehend) vom Bromer Museums- und Heimatverein berichtete den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark über die Mühlen entlang der Ohre. In der ehemaligen Bromer Wassermühle, die die Altmärker besuchten, erinnern alte Bilder und Dokumente an den Wänden an diese Bauwerke.

Fritz Boldhaus (stehend) vom Bromer Museums- und Heimatverein berichtete den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark über die Mühlen entlang der Ohre. In der ehemaligen Bromer Wassermühle, die die Altmärker besuchten, erinnern alte Bilder und Dokumente an den Wänden an diese Bauwerke. | Foto: Walter Mogk Fritz Boldhaus (stehend) vom Bromer Museums- und Heimatverein berichtete den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark über die Mühlen entlang der Ohre. In der ehemaligen Bromer Wassermühle, die die Altmärker besuchten, erinnern alte Bilder und Dokumente an den Wänden an diese Bauwerke. | Foto: Walter Mogk

"Die Ohre ist ein ganz besonderer Fluss", meinte Fritz Boldhaus zu Beginn seines kleinen Vortrags in der Mühle. Und das nicht nur, weil sie stets Grenzfluss war und ist - früher zwischen Preußen und Hannover beziehungsweise der DDR und der Bundesrepublik, heute zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. "Während die meisten Flüsse hier von Süden nach Norden fließen, nimmt die Ohre genau den umgekehrten Verlauf", erläuterte der Bromer. Der 103 Kilometer lange Fluss entspringt bei Ohrdorf und überwindet ein Gefälle von 39 Metern, ehe er im Drömling fast Meeresspiegelniveau erreicht. Bei Rogätz mündet die Ohre schließlich in die Elbe.

Vier Mühlenstandorte hat es früher entlang des Flusses gegeben. Und zwar alle auf dem Abschnitt von Ohrdorf bis Steimke. Die erste, auf die Boldhaus hinwies, befand sich in unmittelbarer Nähe zur innerdeutschen Grenze bei Ohrdorf. Und diese Lage wurde dem Bauwerk auch zum Verhängnis. "Man hat die Wiechmannsche Mühle 1952 einfach abgerissen", berichtete der Bromer.

In Benitz, oberhalb von Brome, existierte die Götjenmühle, die auch von den Landwirten aus dem nahen Wendischbrome genutzt wurde. "Sie ist heute ein reiner landwirtschaftlicher Betrieb", erzählte Fritz Boldhaus. Auch die Rehfeldsche Mühle in Brome ist längst nicht mehr in Betrieb. Sie besaß zunächst drei Walzenstühle, die vom Wasser angetrieben wurden. Später übernahmen Dampfmaschine und Elektromotor zusätzlich diese Arbeit. Nach dem Brand und dem Umbau 1948 erinnert heute von außen nur noch das alte Wasserrad an die einstige Bedeutung des Gebäudes.

Vierte Mühle an der Ohre ist die Wassermühle in Steimke. "Sie ist heute leider eine Ruine, etliches an Geräten und Maschinen wurde ausgebaut", bedauerte Fritz Boldhaus. Alle vier Mühlen hatten eines gemeinsam: Ihre Wasserräder drehten sich rückwärts, so dass das kostbare Nass von unten aufgefangen wurde. "Zusätzlich gab es noch Windmühlen, etwa in Brome und Steimke", erklärte Boldhaus. Diese gehörten den jeweiligen Wassermüllern, die somit bei Trockenheit die Windkraft als alternativen Antrieb nutzen konnten.

Für die altmärkischen Mühlenfreunde stand nach dem interessanten Abend fest, dass das nicht der letzte Abstecher nach Brome gewesen sein wird. Die Einladung des Referenten, sich bei schönem Wetter die Ohre-Naturlandschaft nördlich des Ortes bei einem Spaziergang anzusehen, nahmen die Vereinsmitglieder dankend an.



Kommentare 0 Kommentare


Dokumenten Information
Copyright © Volksstimme 2014
Dokument erstellt am 2011-11-09 05:26:51
Letzte Änderung am 2011-11-09 05:26:51

Newsletter kostenlos abonnieren und keine Nachricht mehr verpassen!


Der Volksstimme.de-Newsletter: Das Wichtigste vom Tage kostenlos per E-Mail. Bitte tragen Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein und klicken anschließend auf "Absenden" (Mit dem Eintragen und Abschicken Ihrer E-Mail-Adresse haben Sie unsere Datenschutzbestimmungen akzeptiert.):
Hier E-Mail-Adresse eintragen


Sicherheitscode



Newsletter abonnieren


Volksstimme.de weiterempfehlen



Sie vermissen einen Artikel?


Die Volksstimme komplett als E-Paper

Bestellen Sie sich jetzt die tagesaktuelle Ausgabe der Volksstimme bequem als digitales E-Paper für nur 1,00 Euro in unserem Onlinekiosk.


Anzeige

Klötze


Anzeige

Lokales



Stellenangebote in der Region Klötze

Stellenanzeigen in der Region Klötze Sie suchen eine neue Stelle oder einen neuen Job in Klötze und Umgebung? In unserem Stellenmarkt finden Sie aktuelle Stellenangebote.
Stellenanzeigen in der Region Klötze finden

Immobilien und Wohnungen
in der Region Klötze

Immobilienanzeigen in der Region Klötze Ob Wohnungen, Häuser, Grundstücke, Gewerbe - aktuelle Angebote für Klötze und Umgebung finden Sie im Immobilienmarkt.
Immobilien in der Region Klötze finden

Fahrzeugangebote in der Region Klötze

KFZ-Anzeigen in der Region Klötze Auto, Motorrad, Transporter - suchen Sie ein neues Fahrzeug? In unserem KFZ-Markt für Klötze und Umgebung finden Sie die aktuellen Angebote.
KFZ-Anzeigen in der Region Klötze finden

Trauerfälle in der Region Klötze

Traueranzeigen in der Region Klötze Traueranzeigen, Danksagungen, Nachrufe und Gedenkanzeigen zu Trauerfällen in Klötze und Umgebung finden Sie in unserem Trauermarkt.
Traueranzeigen in der Region Klötze

Volksstimme Branchenbuch: Unternehmen aus Klötze





Anzeige

Bilder aus Klötze


Lkw blockiert B 71
Der Lkwfahrer kam unverletzt davon.Fotos: Maik Bock

Zichtau. Ein mit Konserven beladener Lkw ist am Montag auf der B 71 zwischen Wiepke und Kakerbeck... weiterlesen


25.08.2014 00:00 Uhr
  • Kamera


Schlossfest in Kunrau
Kunrau schlossfest publikum

Kunrau (scm) l Das 10. Kunrauer Schlossfest hat Maßstäbe für die Zukunft gesetzt... weiterlesen


25.08.2014 00:00 Uhr
  • Kamera


Metal Frenzy: Alle Bilder vom Sonnabend
"Metal Frenzy"-Festival in Gardelegen. Fotos: Christina Stapel/Annemarie Fehse/ Marco Heide

Gardelegen. Drei "Metal Frenzy"-Tage endeten am Sonnabend. Das sind die Bilder vom dritten Festivaltag: weiterlesen


17.08.2014 00:00 Uhr
  • Kamera



weitere Bilder aus Klötze

Lokalsport


Franke und Buchheim die M-Sieger
Teresa Jürges (RFV Mahlsdorf) belegte hier mit Alexa J im M-Springen den 17. Platz. Das Paar siegte aber in der Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse L.

Zwei tolle Reitsporttage liegen hinter den Verantwortlichen des RFV Mahlsdorf... weiterlesen


02.09.2014 00:00 Uhr


Mieste holt Zusatzpunkt

Salzwedel (jhe) l Am 1. Spieltag der Bohlekegeln-Verbandsliga der Damen (Staffel 2) hat der KV... weiterlesen


02.09.2014 00:00 Uhr


Ilgner-Elf holt die ersten Saisonpunkte
In dieser Szene war Jübars Florian Schierhorn (rechts) gerade noch rechtzeitig zur Stelle und klärte den Ball vor dem Gardelegener Tim Zausch. Am Ende siegte Gardelegen II mit 3:2 (1:1) gegen den FC.

Die Reserve des SSV 80 Gardelegen hat am gestrigen Sonntag die ersten Saisonpunkte in der... weiterlesen


01.09.2014 00:00 Uhr


Fünf Tore für Grün-Weiß, Chancen aber für zehn Treffer
In dieser Szene liefern sich Krüdens Nils Pieper (l.) und Potzehnes Ingo Wiegmann ein Laufduell.

Potzehne (tko) l Landesliga-Absteiger SV Grün-Weiß Potzehne macht in der Landeskasse weiter Nägel... weiterlesen


01.09.2014 00:00 Uhr


In Hälfte zwei ist die Puste weg
Mit einem dynamischen Antritt zieht Walslebens vierfache Torschützin Jeannette Heinrichs (rechts) in dieser Szene an Gardelegens Magdalena Müller vorbei.

Sachsen-Anhalt-Ligist SV Eintracht Walsleben hat am vergangenen Freitagabend bei der neuformierten... weiterlesen


01.09.2014 00:00 Uhr


Facebook



Kinoprogramm


Das aktuelle Kinoprogramm für Ihre Region.
weiter

Neueste Leserkommentare


Dann bleibt leider in den nächsten Tagen für alle Fotografen und Stadtchronisten die letzte Gelegenheit die beindruckende und großzügig schöne Kirchehalle für die Nachwelt festzuhalten. Denn bedauerlicherweise geht dieses Raumgefühl mit seinen schlanken, sehr hohen Pfeilern durch den Einbau des "Schrankes" verloren. Besonders bedauerlich ist, dass der "Schuhkarton" keinen Abstand zu den Pfeilerreihen lässt und damit etwas Großzügigkeit erhält. Stattdessen wird er knirsch dort reingequetscht. Schade - das hätte man besser lösen können...

von hennbart am 02.09.2014, 10:00 Uhr

Ein Verbotsverfahren hätte durchaus Sinn, wenn es nicht den faden Beigeschmack der Selbstdarstellung hätte. Vor über zwei Jahren wurde im Innenministerium eigens ein Referat dafür ins Leben gerufen mit hochbezahlten Leuten und was ist seitdem passiert? Ein Verbot als Zeichen der wehrhaften Demokratie macht nur Sinn, wenn es zügig erfolgt.

von ostelbier am 01.09.2014, 18:37 Uhr

Weitere Leserkommentare

Meine Klasse von ...


Hier Klassenfotos ansehen und hochladen!
Hier klicken!

Rund um die Volksstimme


Sudoku spielen


Sudoku spielen auf Volksstimme.de. Hier klicken.

Anzeige
Anzeige
Nutzerlogin

Loggen Sie sich auf Volksstimme.de ein, um

- kostenlos den Volksstimme.de-Newsletter zu abonnieren
- Artikel auf Volksstimme.de zu kommentieren
- Ihre eigene Startseite (Nachrichtenbereich) zu gestalten

Sind Sie noch kein Nutzer auf Volksstimme.de? Dann registrieren Sie sich doch einfach und kostenlos!

Für die Anmeldung müssen Cookies in Ihrem Browser aktiviert sein.
Wichtiger Hinweis für Volksstimme.digital-Nutzer: Bitte nutzen Sie diesen Link oder klicken Sie auf E-Paper Login in der oberen Navigation

Benutzername: Passwort:

Jetzt anmelden Passwort vergessen