• 24. Juli 2014


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Verein Wasserkraft Altmark verlegte Stammtisch nach Brome in die Rehfeldsche Mühle


An der Ohre gab es einst vier Wassermühlen

09.11.2011 05:26 Uhr |


Von Walter Mogk


Fritz Boldhaus vom Bromer Museums- und Heimatverein erläutert den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark die Flussmäander der Ohre, die unmittelbar neben der alten Bromer Wassermühle bewundert werden können.

Fritz Boldhaus vom Bromer Museums- und Heimatverein erläutert den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark die Flussmäander der Ohre, die unmittelbar neben der alten Bromer Wassermühle bewundert werden können. | Foto: Walter Mogk Fritz Boldhaus vom Bromer Museums- und Heimatverein erläutert den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark die Flussmäander der Ohre, die unmittelbar neben der alten Bromer Wassermühle bewundert werden können. | Foto: Walter Mogk

Im Rahmen ihres regelmäßigen Stammtischs besuchten die Mitglieder des Vereins Wasserkraft Altmark diesmal die alte Bromer Wassermühle. Fritz Boldhaus vom Museums- und Heimatverein erläuterte die wechselvolle Geschichte der Mühlen entlang der Ohre.

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Brome l Der Verein Wasserkraft Altmark, der seinen Sitz in Beetzendorf hat, schaut gern über den eigenen Tellerrand hinaus. Und so war es keine Frage, dass die Mühlenfreunde den Vorschlag des Neumühlers Herbert Bothe sofort annahmen, ihren Stammtisch in die Rehfeldsche Mühle nach Brome zu verlegen. Dort empfing Fritz Boldhaus, seit Jahren engagiert im Museums- und Heimatverein des Fleckens, die Altmärker und führte sie zunächst an die nahegelegene Ohre. "Der Fluss ist hier dreigeteilt und vereinigt sich erst wieder hinter der Burg", erklärte der Bromer.

Von außen erinnert nur das Wasserrad daran, dass es sich bei dem Zweckbau um ein ehemaliges Mühlengebäude handelt.

Von außen erinnert nur das Wasserrad daran, dass es sich bei dem Zweckbau um ein ehemaliges Mühlengebäude handelt. | Foto: Walter Mogk Von außen erinnert nur das Wasserrad daran, dass es sich bei dem Zweckbau um ein ehemaliges Mühlengebäude handelt. | Foto: Walter Mogk

Das Wasser der Ohre trieb auch jahrhundertelang die alte Mühle an, die eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat (siehe Infokasten). "Sie stand lange leer und verkam zur Ruine, ehe sie doch noch gerettet und ausgebaut werden konnte", berichtete Boldhaus, der als Vorsitzender des Heimatvereins seinen Beitrag dazu leistete. Im Inneren des Gebäudes, in dem heute ein Café untergebracht ist, zeigen zahlreiche alte Bilder, wie diese und andere Mühlen entlang der Ohre früher ausgesehen haben. Zudem zieht der große, gemalte Lauf der Ohre an der Wand die Blicke auf sich.

Fritz Boldhaus (stehend) vom Bromer Museums- und Heimatverein berichtete den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark über die Mühlen entlang der Ohre. In der ehemaligen Bromer Wassermühle, die die Altmärker besuchten, erinnern alte Bilder und Dokumente an den Wänden an diese Bauwerke.

Fritz Boldhaus (stehend) vom Bromer Museums- und Heimatverein berichtete den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark über die Mühlen entlang der Ohre. In der ehemaligen Bromer Wassermühle, die die Altmärker besuchten, erinnern alte Bilder und Dokumente an den Wänden an diese Bauwerke. | Foto: Walter Mogk Fritz Boldhaus (stehend) vom Bromer Museums- und Heimatverein berichtete den Mitgliedern des Vereins Wasserkraft Altmark über die Mühlen entlang der Ohre. In der ehemaligen Bromer Wassermühle, die die Altmärker besuchten, erinnern alte Bilder und Dokumente an den Wänden an diese Bauwerke. | Foto: Walter Mogk

"Die Ohre ist ein ganz besonderer Fluss", meinte Fritz Boldhaus zu Beginn seines kleinen Vortrags in der Mühle. Und das nicht nur, weil sie stets Grenzfluss war und ist - früher zwischen Preußen und Hannover beziehungsweise der DDR und der Bundesrepublik, heute zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. "Während die meisten Flüsse hier von Süden nach Norden fließen, nimmt die Ohre genau den umgekehrten Verlauf", erläuterte der Bromer. Der 103 Kilometer lange Fluss entspringt bei Ohrdorf und überwindet ein Gefälle von 39 Metern, ehe er im Drömling fast Meeresspiegelniveau erreicht. Bei Rogätz mündet die Ohre schließlich in die Elbe.

Vier Mühlenstandorte hat es früher entlang des Flusses gegeben. Und zwar alle auf dem Abschnitt von Ohrdorf bis Steimke. Die erste, auf die Boldhaus hinwies, befand sich in unmittelbarer Nähe zur innerdeutschen Grenze bei Ohrdorf. Und diese Lage wurde dem Bauwerk auch zum Verhängnis. "Man hat die Wiechmannsche Mühle 1952 einfach abgerissen", berichtete der Bromer.

In Benitz, oberhalb von Brome, existierte die Götjenmühle, die auch von den Landwirten aus dem nahen Wendischbrome genutzt wurde. "Sie ist heute ein reiner landwirtschaftlicher Betrieb", erzählte Fritz Boldhaus. Auch die Rehfeldsche Mühle in Brome ist längst nicht mehr in Betrieb. Sie besaß zunächst drei Walzenstühle, die vom Wasser angetrieben wurden. Später übernahmen Dampfmaschine und Elektromotor zusätzlich diese Arbeit. Nach dem Brand und dem Umbau 1948 erinnert heute von außen nur noch das alte Wasserrad an die einstige Bedeutung des Gebäudes.

Vierte Mühle an der Ohre ist die Wassermühle in Steimke. "Sie ist heute leider eine Ruine, etliches an Geräten und Maschinen wurde ausgebaut", bedauerte Fritz Boldhaus. Alle vier Mühlen hatten eines gemeinsam: Ihre Wasserräder drehten sich rückwärts, so dass das kostbare Nass von unten aufgefangen wurde. "Zusätzlich gab es noch Windmühlen, etwa in Brome und Steimke", erklärte Boldhaus. Diese gehörten den jeweiligen Wassermüllern, die somit bei Trockenheit die Windkraft als alternativen Antrieb nutzen konnten.

Für die altmärkischen Mühlenfreunde stand nach dem interessanten Abend fest, dass das nicht der letzte Abstecher nach Brome gewesen sein wird. Die Einladung des Referenten, sich bei schönem Wetter die Ohre-Naturlandschaft nördlich des Ortes bei einem Spaziergang anzusehen, nahmen die Vereinsmitglieder dankend an.



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Copyright © Volksstimme 2014
Dokument erstellt am 2011-11-09 05:26:51
Letzte Änderung am 2011-11-09 05:26:51

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von sigfrid2 am 23.07.2014, 18:16 Uhr

Sicher sollte der Gartenverein und die Stadt ihre Informationspolitik überdenken. Doch ganz so wie der Gartenpächter Moser die Situation mit "enteignet" und Weiterverkaufsverbot beschreibt, ist sie ja nun nicht. Schließlich gehörte die Gartenfläche den Gärtner nicht und war nur von der Stadt gegen einen Pachtzins gepachtet. Bei den genannten Summen geht es ja nur um das Invetar, dass die Pächter auf die Parzelle gestellt haben und für das sie vielleicht von einem Nachnutzer gerne Abstand hätten. Zu einen haben die Gartenfreunde dieses auch Jahre lang nutzen können und zum anderen hindert sie niemand daran, dieses bei Aufgabe an jemanden zu veräußern, der es abbaut und zu einer anderen Gartenanlage mitnimmt. Selbstabholer finden sich da sicher für die verschiedensten Dinge, von Gartenmöbeln über Gehwegplatten. Und umso besser, wen n der Rückbau so stattfindet. Erspart es doch Abriss- und Entsorgungkosten für die Allgemeinheit und verringert auch die eventuell umzulegenden Kosten für die ehemaligen Pächter.

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