Mit flinken Beinen waren im vergangenen Jahr wiederum die Mini-Marathonis aus dem Sülzetal unterwegs. Dabei legten die Nachwuchsläufer gemeinsam mit ihrem Trainer Steffen Armgart immerhin 3106,2 Wettkampfkilometer zurück.

Sülzetal l Läufer der Ganztagsschule Sülzetal sind im September 2009 erstmals bei einem offiziellen Straßenrennen an den Start gegangen. Es war der 1. SportScheck-Nachtlauf in Magdeburg. "Waren es damals gerade mal 20 mutige Schüler, die mit mir gemeinsam an den Start gingen, so ist in den vergangenen Jahren unsere Laufgemeinschaft beträchtlich gewachsen", berichtet Sportlehrer und Trainer Steffen Armgart.

Mittlerweile können die Mini-Marathonis auf Starts in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg, Hessen, Sachsen und natürlich Sachsen-Anhalt zurückschauen. "Und darauf sind wir auch sehr stolz", so Armgart. "Längst sind die Sülzetaler Mini-Marathonis ein Begriff in der regionalen und überregionalen Laufszene und machen unsere Schule, aber auch das gesamte Sülzetal, bekannt."

Dass die Mini-Marathonis so eine Entwicklung nahmen, dafür sorgen viele kleine und große Sponsoren und damit nicht zuletzt der unermüd- liche Einsatz von Steffen Armgart, der sich von Beginn der Laufgemeinschaft an auf die Fahnen geschrieben hatte, dass die jungen Läufer unabhängig vom Geldbeutel der Eltern an den Laufveranstaltungen teilnehmen können. In die Suche nach immer neuen Sponsoren investiert Steffen Armgart viel Freizeit. "Doch wenn ich ¿meine Kinder\' sehe, wie glücklich sie nach den Zieleinläufen sind, dann weiß ich, die Mühen haben sich gelohnt! Ohne Sponsoren wäre die Starts nicht möglich und ich bin für die Unterstützung ehrlichen Herzens sehr dankbar. Ich hoffe, weiterhin Leute zu finden, die uns auch in Zukunft unterstützen", so Steffen Armgart.

Und nach wie vor wächst die Laufbegeisterung bei den Schülern. Und mit dem gemeinsamen Trainieren und Laufen würden auch die so- zialen Kompetenzen einen sehr hohen Stellenwert bekommen. Die gegenseitige Achtung, das gegenseitige Anfeuern und Mutmachen, das Helfen untereinander seien schon klasse.

"Und dass Sport allgemein gesund ist, wissen wir ja nicht erst seit heute. Jedes Mal, wenn wir unterwegs sind, freue ich mich, dass viele Kinder ohne Computerspielen die Freizeit gemeinsam sinnvoll verbringen, wenn man ihnen etwas anbietet", schätzt der Trainer ein.

Ein überaus erfolg- und ereignisreiches Jahr 2013 liegt hinter den Mini-Marathonis. Neunmal, so oft wie nie zuvor, gingen sie zwischen März und Oktober an den Start und legten dabei exakt 3106,2 Kilometer zurück, auch so viel wie noch nie.

"3016,2 Kilometer ist, glaube ich, schon eine ganz schöne Strecke. Unsere Kosten beliefen sich in 2013 auf etwa 11000 Euro, auch eine sehr stattliche Summe. Jeder Euro wurde dabei über Sponsoren abgedeckt", meint Steffen Armgart.

Höhepunkt: Zingster Deichlauf

Das Laufjahr 2013 begann im März beim 31. Celler Wasa Lauf. Hier wurden 220 Kilometer, im April beim 37. Leipzig Marathon 314 Kilometer und beim 7. Maiglöckchenlauf in Hohendodeleben 255,8 Kilometer zurückgelegt. Im Mai folgte der 11. Elbe-Brücken-Lauf in Magdeburg mit 306 Kilometern, im Juni beim 34. Hopfengartenlauf in Magdeburg legten die Mini-Marathonis 274,2 Kilometer und beim 33. Zingster Deichlauf an der Ostsee 377 Kilometer zurück. Im Juli beim 11. Sudenburg-Lauf folgten noch einmal 261,8 Kilometer, beim 5. SportScheck -Nachtlauf 540 Kilometer und im Oktober beim 10. Magdeburg Marathon 557,4 Kilometer. 2013 beteiligten sich 132 Mini-Marathonis an den neun angebotenen Laufveranstaltungen, zwölf weniger als 2012. "Aber wir haben ja auch eine Klasse weniger als im vergangenen Schuljahr. Unter den Läufern waren 99 Schüler, 18 Eltern, 2 Großeltern, 7 Geschwisterkinder, 4 Kinder aus anderen Einrichtungen, mein Freund Mario Pertaschka und ich. Stolz macht mich die Tatsache, dass wieder etwa 50 Prozent unserer gesamten Schülerschaft an mindestens einem Lauf teilgenommen hat", schätzt Steffen Armgart ein.

Aus seiner großen Läuferschar möchte er vor allem Vanessa Banz hervorheben. Die Schülerin der zehnten Klasse hat vom ersten Lauf 2009 an bislang an allen angebotenen Laufveranstaltungen teilgenommen.

"Unser absolutes Highlight 2013 war unser Trip zum 33. Zingster Deichlauf an die Ostsee. Vom 27. bis 30. Juni ,,enterten" wir die Halbinsel Darß und verbrachten eine unvergessliche Zeit auf dem Zeltplatz der Jugendherberge in Barth. Ich weiß bis heute nicht, wie einige Zelte überhaupt stehen konnten, ohne Heringe oder mit oberflächlich zusammen gebautem Gestänge. Aber gerade das macht den Reiz solcher Mehrtagesfahrten aus. Und dass meine Frau und ich vom Schlafen auf den Luftmatratzen krumm und lahm waren, ist auch wieder vergessen", erinnert sich Steffen Armgart.

Aber 2013 war nicht nur ein Jahr des Laufens für die Mini-Marathonis. Als im Juni die große Flut Magdeburg bedrohte, waren die Läufer mit 69 Leuten im Kieswerk Farsleben und haben dort Sand- säcke gefüllt. Im Juli setzten die Schüler in Langenweddingen am Denkmal des Zugunglücks von 1967 Rasenkantensteine und verschönerten das Areal. "Wir werden uns auch im kommenden Jahr um die Pflege bemühen. Außerdem starteten einige Marathonis im November einen Arbeitseinsatz am Kriegerdenkmal am Langenweddinger Friedhof. Pünktlich zum Volkstrauertag wurden dort Laub und Unrat beseitigt. Ich bin froh, dass wir unsere Hilfsbereitschaft zeigen konnten. Wir wollen von unseren Sponsoren nicht nur immer nehmen, sondern sind gerne bereit zu helfen. Man muss es uns nur wissen lassen", berichtet der Sportlehrer weiter.

Er wagt noch einen Ausblick auf 2014. Steffen Armgart hat Laufkalender gewälzt und einen vorläufigen Startplan zusammengestellt - immer vorausgesetzt, dass für die Starts notwendige Kleingeld kann aufgetrieben werden.

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