Wanzleben l Neun Damenfahrräder sollen in der kommenden Woche in Wanzleben unter den Hammer kommen. Am Donnerstag, 9. November, ist ab 11 Uhr auf dem Parkplatz des Hauses 2 der Stadtverwaltung in der Roßstraße 44 eine Versteigerung angesagt. Schon eine Investition von ein bis fünf Euro kann sich hier auszahlen.

"Das sind alles Fundfahrräder", erklärte Kai Pluntke vom Ordnungsamt der Stadt Wanzleben - Börde. Die Stadt betreibt, so wie es das Gesetz vorschreibt, ein Fundbüro, in dem unter anderem auch Fahrräder - nicht selten durch die Polizei - abgegeben werden. "Wir hatten aber auch schon einen Hut, Handys, Pistolen oder einen Wasserkocher", erklärte Irmtraud Kiesel, ebenfalls im Ordnungsamt beschäftigt. Dass jeder, der etwas findet, die Fundsache ins Fundbüro bringen muss, ist klar im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Und danach hat auch jede Gemeinde ein Fundbüro vorzuhalten.

Gesetze sind auch im Umgang mit den Fundsachen im Fundbüro entscheidend, weiß Kai Pluntke. So hat ein Eigentümer ein halbes Jahr nach dem Auffinden einer Sache das Recht, sein Eigentum zurückzufordern. Tut er das nicht, hat auch der Finder ein Anrecht auf die Fundsache. "Nach dem halben Jahr können wir dann die Fundsachen verwerten, Ausnahme bilden verderbliche Waren wie Lebensmittel, die können wir auch schon vorher vernichten", erklärte Pluntke weiter.

Eine Art der Verwertung ist eine Versteigerung, die nun in der kommenden Woche ansteht. Jeder, der möchte, kann sich die Räder am Veranstaltungstag anschauen und dann mitsteigern. Das Mindestgebot liegt bei den Fahrräder bei einem oder fünf Euro. "Wer ein Fahrrad ersteigert hat, muss gleich bezahlen und es auch gleich mitnehmen. Eine Gewährleistung übernehmen wir nicht", erklärte der Ordnungsamtsmitarbeiter das Prozedere. Sollte für das ein oder andere Fahrrad kein Interesse bestehen, wird es anschließend entsorgt.

Irmtraud Kiesel und Kai Pluntke würden während des Versteigerungstermins gern auch neue Besitzer für sechs Altkleidercontainer finden. Wo kommen die denn her? Noch vor etwas mehr als einem Jahr standen sie am Straßenrand oder auf öffentlichen Plätzen im Gebiet der Einheitsgemeinde. Illegal hatte eine Firma sie dort hingestellt, in der Hoffnung, dass gutgläubige Menschen hier ihre Altkleider entsorgen und sie daran verdienen können. Nach dem Straßengesetz des Landes Sachsen-Anhalt muss derjenigen, der solche Container aufstellt, aber eine Erlaubnis dafür erhalten haben. Die lag nicht vor und Kai Pluntke hat die Firma trotz aller Bemühungen auch bis heute nicht erreicht. Die Aufforderung zum Entfernen der Container hat er der Firma über das Amtsblatt zugestellt.

Nachdem die Container ein Jahr lang sicher verwahrt wurden, stehen sie nun zur Versteigerung. Bei 40 Euro liegt das Mindestgebot, auch vor dem Hintergrund, dass die Stadtverwaltung ein Teil ihrer Aufwendungen ausgleichen möchte. Aber das ist immer noch ein Bruchteil von dem, was ein derartiger Container neu kosten würde. Sollte sich niemand finden, der mit einem oder mehreren der Altkleidercontainer etwas anzufangen weiß, sollen sie verschrottet werden.