Klappriger Drahtesel oder fesches Damenrad - bei der ersten Rad-Versteigerung des Wanzleber Fundbüros kamen gestern neun Fundstücke unter den Hammer. Die ebenfalls bei der Auktion sechs angebotenen Altkleidercontainer teilten sich zwei Schnäppchenjäger. Insgesamt spülte die Fundbüro-Auktion 359 Euro in die Stadtkasse.

Wanzleben l Für gerade mal 30 Euro geht mit Beginn der Fundbüro-Auktion um 11 Uhr der erste Altkleidercontainer weg. Das Startgebot liegt bei 40 Euro, aber für diesen Preis will ihn keiner haben. Insgesamt sechs jener sperrigen und mit einer Bügelklappe ausgestatteten "Kleiderschränke" werden versteigert. Für insgesamt 235 Euro. "Damit haben wir die Kosten, die durch die Sicherstellung der massiven Behälter bei der Stadtverwaltung aufgelaufen sind, wieder drin", zeigt sich Ordnungsamtsmitarbeiter Kai Pluntke nach der Versteigerung über den Kassensturz zufrieden.

Jene sechs ungewöhnlichen Fundstücke hatte die Behörde vor knapp einem Jahr von öffentlichen Plätzen abtransportieren lassen. Eine Firma hatte die Boxen illegal im Gebiet der Stadt Wanzleben - Börde aufgestellt, in der Hoffnung, daran verdienen zu können. "Trotz aller Bemühungen hat die Firma auf unsere Aufforderungen, die Container zu entfernen, nicht einmal reagiert", berichtet der Verwaltungsmitarbeiter.

Nachdem die Boxen ein Jahr lang im Fundbüro verwahrt wurden, sind sie nun unterm Hammer. Für insgesamt 60Euro hat Gustav Lauenroth aus Remkersleben gleich zwei Altkleidercontainer ersteigern können. Sein Verwendungskonzept klingt genauso ungewöhnlich wie die Ankündigung des Amtes, sechs Altkleiderboxen versteigern zu wollen: Der Remkersleber will die großen Container zu Hühnerställen umbauen. "Die stabile Konstruktion eignet sich bestens dafür. Einen werde ich zu meinem Bruder nach Groß Rodensleben bringen, den anderen behalte ich", erzählt er.

Die anderen vier verschlossenen Altkleiderboxen gehen "zum ersten, zum zweiten, zum dritten" für 175 Euro an Ina Klietz, die mit ihren Geboten im Auftrag eines regional ansässigen Textil- und Schuhrecyclingunternehmens handelt.

Das Schnäppchen weiß sie zu schätzen. Ein Container allein würde neu im Handel schon mehrere hundert Euro kosten, sagt sie. "Wir werden die vier Boxen, bevor wir sie für die Textilsammlung in der Börde aufstellen werden, komplett neu in der Firmenfarbe blau gestalten. Zum Sondernutzungsrecht haben wir Verträge mit den einzelnen Kommunen und Städten", macht sie vor Ort deutlich, wohlwissend, dass es in der Altkleider-Branche auch schwarze Schafe gibt.

Für die sich anschließende Rad-Versteigerung haben sich weitere 40 Kaufwillige auf dem Parkplatz des Fundbüros in der Roßstraße 44 eingefunden. Die neun Fahrräder sind sogenannte Fundräder, die vorbeigebracht wurden oder von Polizei oder Bürgern etwa ohne Schloss am Wegesrand gefunden wurden. Sechs Monate muss die Behörde Fundsachen aufbewahren. Was Eigentümer bis dann nicht abgeholt haben, komme unter den Hammer, erklärt Stadtmitarbeiter Kai Pluntke, der bei der Versteigerung erstmals in der Rolle des Auktionators den Takt angibt. Das Mindestgebot variiert je nach Drahtesel-Modell zwischen einem und fünf Euro. Das Höchstgebot für eines der Damenräder wird am Ende bei 55 Euro liegen. Das niedrigste bei vier Euro. Drei Räder bleiben ohne Gebot zurück.

Nicht einmal 20 Minuten später haben so sechs Räder einen neuen Besitzer. Bezahlt werden muss gleich an Ort und Stelle - in bar. Insgesamt 124 Euro kommen zusammen.

Insgesamt nehmen die Stadtmitarbeiter bei der Auktion 359 Euro ein. Die nächste Fundsachen-Versteigerung kündigt die Behörde auf Nachfrage für nächstes Jahr an. Derweil warten im Büro des Ordnungsamtes weitere Fundstücke auf ihre rechtmäßigen Besitzer. "Da hätten wir einen roten Hut, der bei uns im November abgegeben wurde, Brillen, Schlüssel, Uhren und vieles mehr", zählt die Verwaltungsangestellte Irmtraud Kiesel auf.

   

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