Es geht los. Das ist die gute Nachricht. Bauarbeiten für Deichverstärkungen beginnen im ersten Quartal. Allerdings fühlen sich hiesige Ortsbürgermeister allein gelassen.

Schönebeck l Es ist ein Kraftakt. Nach der verheerenden Juni-Flut 2013 war den verantwortlichen Landespolitikern in Sachsen-Anhalt klar, dass der Schutz von Menschen, von Hab und Gut gegen ähnliche Naturerscheinungen oberste Priorität haben muss. Das hoch verschuldete Land strickte umgehend an einem Finanzierungspaket, um zum Beispiel die Deiche, die noch nicht din-gerecht ausgebaut sind, zu ertüchtigen. 50 Prozent der Dämme sind seit der Jahrhundertflut von 2002 entsprechend erhöht und stabilisiert worden, Kostenpunkt: rund 500 Millionen Euro. Die andere Hälfte soll nun bis spätestens 2020 folgen (Volksstimme berichtete mehrfach). Allein im Bereich zwischen Barby und Magdeburg sind 75 Millionen Euro veranschlagt. Die Finanzierung steht, auch dank der EU und des Bundes. Mehr noch: Die Baumaßnahmen beginnen jetzt. Das hat Landesumweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) am Mittwoch versichert. Los geht es im ersten Quartal 2014 entlang des linken Umflutdeichens zwischen Haberlandbrücke und Magdeburg (B 1). An den Schwachpunkten, an denen der Deich schwer verteidigt werden konnte, ist vorgesehen, zeitnah Holzungen durchzuführen, so dass bei einem eventuellen Winterhochwasser die Deichverteidigung möglich ist. Für die Arbeiten sind rund 16 Millionen Euro veranschlagt.

Der rechte Elbedeich zwischen Grünewalde und Apfelwerder, der im Juni 2013 stark aufweichte, soll im ersten Quartal 2015 folgen, Kosten hier: zwei Millionen Euro.

Minister Aeikens traf sich am Mittwoch im Schönebecker Ortsteil Grünewalde mit Mitgliedern der zeitweiligen Arbeitsgruppe Vernässung des Landtages und Mitarbeitern des Landesbetriebes für Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz. Ein wichtiges Treffen, konnten doch letzte Unklarheiten ausgeräumt werden. Noch am selben Tag informierte das Büro des hiesigen Landtagsabgeordneten Gunnar Schellenberger (CDU): "Die kompletten Mittel sind freigegeben".

Schellenberger lobte bei diesem Treffen das Wirken der Arbeitsgruppe Vernässung. Er verwies mit folgendem Satz allerdings auch auf ein offensichtlich bestehendes Manko: "Wir müssen die Koordinierung mit den Städten und Gemeinden auf die Reihe bekommen."

Während das Land den Fokus auf die Deichanlagen gerichtet hat, fühlen sich betroffene Menschen in den Städten und Dörfern links liegengelassen. Siehe dazu auch die beiden nebenstehenden Beiträge, in denen sich die Ortsbürgermeister von Plötzky und Pretzien äußern.

 

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