Die Kleiderkammer in der evangelischen Begegnungsstätte "Alte Schule" in Wefensleben geht in ihr siebtes Jahr - kein verflixtes, hoffen die ehrenamtlichen Mitarbeiter vor Ort, auch wenn dieser soziale Service mit der Zeit nicht gerade leichter geworden ist. Das Spendenaufkommen ist nicht mehr so groß.

Wefensleben l Veränderungen hat es seit Mai 2008, als die Kleiderkammer unter Trägerschaft der Kirchengemeinde eröffnet worden ist, immer wieder gegeben. Eine ganz wesentliche stellte sich mit Ende des Jahres 2012 ein, indem die Basis der Ein-Euro-Jobs ersatzlos verschwand. Doch die Mitarbeiter wollten weitermachen - ehrenamtlich. Seither gibt es eine kleine Aufwandsentschädigung von der Kirchengemeinde - und die Kleiderkammer besteht weiter. Das soziale Hilfsangebot für bedürftige Menschen trägt sich durch die kleinen Verkaufserlöse. Jüngstes Problem ist der Rückgang eingehender Kleiderspenden.

"Heute kam mal wieder in größerer Posten", freut sich Carola Rauch, während sie Shirts und Blusen, Hosen und Handtücher aus dem Kleidersack begutachtet und sortiert. "Aber wir mussten in letzter Zeit leider registrieren, dass immer weniger Altkleider bei uns abgegeben werden", sagt Kollege Thomas Böttcher. Die beiden Ehrenamtlichen bilden eine der zwei Schichten, die sich zu neuen Öffnungszeiten an vier Tagen die Woche (siehe Infokasten) um die Belange der Kleiderkammer kümmern. "Vielleicht ist es gerade nur eine Phase, vielleicht liegt es auch an den beiden Altkleidercontainern gleich nebenan", so Böttcher weiter, "doch diese Sammelbehälter haben mit der Kleiderkammer nichts zu tun." Carola Rauch ergänzt: "Wir würden uns natürlich wünschen, dass die Leute ihre Altkleider zu uns bringen, hier werden sie wirklich gebraucht, wir können auch dafür garantieren, dass sie Bedürftigen vor Ort oder aus der Nähe zugute kommen."

Zwar sind die Lagerungsmöglichkeiten in den Räumen nach wie vor mit Kleidung und Haushaltswäsche aller Art gut erschöpft, nur stelle es sich auch so dar, dass bestimmte Textilien dermaßen nachgefragt sind, dass einzelne Bestände knapp werden. "Da können wir dann quasi dauerhaft Nachschub gebrauchen", erklärt Thomas Böttcher. Aktuell betrifft das zum Beispiel Jeanshosen für Männer und generell Kinderbekleidung, hier speziell noch Jogging- und Sportanzüge.

"Wer also Kleidung aus- sortieren will, kann sich gern an uns wenden", appelliert Carola Rauch, "denn der Bedarf ist weiterhin da." Zudem betont sie, dass "sich niemand schämen" müsse, die Kleiderkammer aufzusuchen: "Das ist auch noch so ein Punkt, dem wir entgegenwirken möchten. Nur keine falsche Scheu! Es ist doch eigentlich Quatsch, sich nicht hierher zu trauen. Die Sachen hier sind alle tragbar, in Ordnung und sauber. Sie werden zum Spendenpreis an jene gegeben, die sie noch gebrauchen können."

Kontakt: 039400/92524