125 Jahre ist es her, dass mit dem Bau einer Kindereinrichtung in Wulferstedt begonnen wurde. Die Kinder von heute wollen das Jubiläum in diesem Jahr feierlich begehen.

Wulferstedt l Die Mädchen und Jungen und ihre Erzieherinnen in der Kindertagesstätte "Spatzennest" haben in diesem Jahr Grund zum Feiern. Genau vor 125 Jahren wurde im Ort der Grundstein für die erste Kleinkinderschule gelegt.

Heinrich Dettmer, zu der damaligen Zeit Besitzer des Freisassenhofes und Amtsvorsteher, hatte testamentarisch verfügt, dass 6000 Reichsmark seines Vermögens für den Bau dieser Kleinkinderschule verwendet werden. Den Grund und Boden im Gartenweg 158 hatte die Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. In den Jahren 1889 und 1890 wurde das Baugeschehen vorangetrieben, ehe am 27. Oktober 1890 die ersten Drei- bis Sechsjährigen hier eingeschult wurden. "Bis 1999 wurden in dem Gebäude Kinder betreut", erklärt Sylvia Lücht, heute Leiterin der Kindereinrichtung.

Als 1999 die Grundschule in Wulferstedt geschlossen wurde, hat die Gemeinde das Schulgebäude zur Kindertagesstätte umgebaut. Seitdem werden die Knirpse hier auf den Schulalltag und das spätere Leben vorbereitet. Und dabei dürfen auch Höhepunkte nicht fehlen. Passend zum Jubiläum gibt es davon in diesem Jahr eine ganze Menge. "Wir haben uns bewusst nicht für eine Festwoche entschieden, sondern haben das ganze Jahr über immer wieder etwas zu feiern", sagt Sylvia Lücht. Sie verweist darauf, dass bereits die offizielle Einweihung der sogenannten "Spielothek" in dieser Woche der Auftakt war. Hier können die Kinder sich Gesellschaftsspiele ausleihen und sie mit nach Hause nehmen, um daheim mit ihren Eltern zu spielen. "Sogar das Fernsehen war da", so die Kita-Leiterin.

Im April ist Andi Julke mit seiner Erlebniswerkstatt zu Gast, im Mai wollen die Kindereinrichtung und die örtliche Feuerwehr etwas gemeinsam unternehmen. Traditionell ist bereits das Sommerfest der Einrichtung, in diesem Jahr soll es zum Sommeranfang aber größer aufgezogen werden. Dabei ist, wie Sylvia Lücht erklärt, auch die Eröffnung einer historischen Ausstellung geplant, die gemeinsam mit dem Team der Heimatstube vorbereitet wird.

Wer noch Material hat, das die Geschichte der Einrichtung dokumentiert, kann das gern im Kindergarten vorstellen. Nachdem ein Abzug gemacht wurde, wird das Original zurückgegeben. Auch Geschichten aus den früheren oder ganz frühen Kindergartenzeiten werden gern angehört. Das älteste Bild, das derzeit für die Ausstellung zusammengetragen wurde, trägt die Jahreszahl 1908 und zeigt eine Gruppe aus der Kleinkinderschule.

Die sieben Einschüler dürfen sich im Juli dann auf ihre Abschlussfahrt und das Abschlussfest freuen. Für den August-Höhepunkt laufen bereits die Vorbereitungen, denn dann sollen nicht nur die Kinder befreundeter Einrichtungen eingeladen werden, sondern auch ein Künstler, der sich um die Unterhaltung kümmert. Ein Ehemaligentreffen, vielleicht in Form eines Tages der offenen Tür, soll es im September geben und das Laternenfest bildet den krönenden Abschluss des Festjahres im November.

Außerdem soll die Kindertagesstätte "Spatzennest" in diesem Jahr auch einen Förderverein bekommen. Erste Eltern zeigten sich angesichts des Vorhabens bereits sehr begeistert. Weitere Mitstreiter sind willkommen. "Wer sich unserer Kita verbunden fühlt, soll sich einfach hier melden", sagt die Einrichtungsleiterin. Überhaupt wird hier das Miteinander mit der Bevölkerung, örtlichen Unternehmen und auch den Vereinen sehr groß geschrieben. "Das ist wichtig für die Kinder, das bringt Geborgenheit, ermöglicht aber auch eine lebendige Bildungsarbeit", so Sylvia Lücht.