Ungewöhnlich still sind die Fraktionschefs im Kreistag, wenn es um die Verantwortung des Aufsichtsrates vom Altmark-Klinikum geht. Schnell wird umgeschwenkt und nach anderen Verantwortlichkeiten gesucht.

Die Frage aber bleibt: Wusste der Aufsichtsrat von den Wirbelsäulen-OPs vor 2011 und dass dabei am OP-Tisch ein Assistenzarzt ohne neurochirurgische Fachärzte stand? Da kann sich der Kreistag nicht so einfach verstecken. Sicher spielt das Gesundheitssystem eine wichtige Rolle. Es setzt die Anreize, den Profit zu steigern. Aber muss man alles mitmachen, weil man es mitmachen kann, weil es die Gesetze nicht verbieten? Ich finde nein!

Profit ist schön. Er macht sich gut im Haushalt. Und in dem System warten Milliarden auf Abnehmer. Kein Wunder, dass sich auf dem Markt viele Unternehmen tummeln - teils mit fraglichen Methoden.

In einem unterscheidet sich das Altmark-Klinikum aber von den vielen Konzern-Kliniken. Es ist zu 100 Prozent im Besitz eines Landkreises. Dieser sollte eigentlich mitbestimmen können, was wichtig ist. Wichtig ist: die Gesundheit der Patienten. Wichtig ist: Für die Menschen ein Krankenhaus in ihrer Nähe zu haben.

Mit solch riskanten Entscheidungen hat man mit der Zukunft des Gardeleger Krankenhauses gespielt. Hunderte Menschen arbeiten dort, sie machen sich Sorgen. Da wird die Frage nach der Verantwortung schon mal erlaubt sein.