Der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich und gefräßig an den Asphaltdecken und Bahnübergängen. Der gefährliche Lochfraß zeigt sich nun auch Vor dem Schloßtor in Wanzleben. Hier ist ein Teil des maroden Fahrbahnrandes bereits weggebrochen. Nicht die einzige fiese Fahrbahnfalle für Autofahrer in der Einheitsgemeinde. Die Mängelliste ist lang. Hier ein kleiner Auszug.

Wanzleben l Der äußerst marode Fahrbahnzustand am B246a-Bahnübergang zwischen Wanzleben und Klein Wanzleben beschäftigt nicht mehr nur die Behörden, sondern auch die Polizei. Denn Unbekannte haben am Wochenende die hier aufgestellten Tempo- 30-Schilder zur Warnung der Autofahrer vor einer gefährlichen Überfahrt mit massiver Gewalt umgerissen. Die Tafeln lagen in beide Fahrtrichtungen "blind" im Straßengraben. Die Auto- und Lkw-Fahrer donnerten ungewarnt und damit ungebremst über die gefährliche Gleisbett-Buckelpiste. Polizeisprecher Joachim Albrecht: "Die Täter haben sich mit dem Umreißen der Straßenschilder strafbar gemacht." Die Sachbeschädigung wurde von amtswegen als Anzeige aufgenommen.

Ordnungsamtsleiterin Sylvia Dammering sagte gestern Vormittag auf Nachfrage: "Die Straßenmeisterei Oschersleben ist darüber bereits informiert worden. Die Schilder werden wieder aufgestellt."

Auch die Schadensmeldung, dass ein Teil des Fahrbahnrandes in der Wanzleber Straße Vor dem Schloßtor (L46) weggebrochen ist und der Bereich von Niederschlagswasser unterspült wird, habe die Straßenmeisterei bereits erhalten. "Wann und wie schnell dieser Bereich repariert wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen", erklärt die Amtsleiterin.

Und der in die Kritik geratene Bahnübergang Vor dem Schloßtor (L46) ist außerdem bis heute nicht instand gesetzt worden. Dem Streckenbetreiber gegenüber seien die Mängel am Fahrbahnzustand ebenfalls schon im vergangenen Jahr angemahnt worden, hatte der Landkreis verlauten lassen.

Wann der vom Verkehrsministerium bereits seit 2012 bemängelte Fahrbahnzustand des B246a-Bahnübergangs vom Gleisbetreiber, der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE), saniert wird, steht indes weiter in den Sternen. Das Land streite sich dazu bereits mit der DRE vor Gericht. Denn selbst die nach einer gemeinsamen Bahnschau Mitte September vom Landkreis festgelegte Sanierungsfrist - mit Stichtag 1. November 2013 - hatte der Betreiber unverrichteter Dinge verstreichen lassen.

Das Verkehrsministerium des Landes pocht als zuständige Eisenbahnaufsichtsbehörde darauf, dass das Eisenbahnunternehmen, das die Zuckerbahnstrecke seit Jahren betreibt, endlich repariert. "In dem von uns erstellten Bescheid war auch die Anordnung zur Instandsetzung des Fahrbahnbelages des Bahnüberganges enthalten. Diese Forderung ist von der DRE beklagt worden", hatte bereits Ende vergangener Woche Ministeriumssprecherin Tatjana Kutscha auf Volksstimme-Anfrage erklärt. Eine gerichtliche Entscheidung hierzu steht noch aus.

Mit Blick auf die klaffenden Löcher in der Fahrbahn innerhalb des Gleisbettes sei dem Betreiber bereits ein Zwangsgeld angedroht worden. "Die Höhe soll im nächsten Verwaltungsschritt festgesetzt werden", hatte die Pressesprecherin angemerkt. Wie lange sich das Verfahren vor Gericht hinziehen wird, könne sie nicht abschätzen.

   

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