Kalbe. "Wir reden eigentlich über ungefangene Fische", sagte gestern Lebenhilfegeschäftführer Hans-Peter Haase zum Thema Schließung der integrativen Kindertagesstätte in Kalbe. Eltern hatten darüber berichtet, dass die Einrichtung geschlossen werden soll. "Das Thema steht ja schon länger im Raum, aber entschieden ist noch nichts", sagte Haase. Eigentlich sollte morgen eine Gesellschafterversammlung der Lebenshilfe stattfinden, während der das Thema beraten werden sollte. Sie wurde aus Witterungs- und Krankheitsgründen auf den 11. März verschoben, wie der Geschäftsführer gestern mitteilte.

Die Eltern seien per Brief über die Schließungspläne informierte worden. "Wir haben ihnen mitgeteilt, dass wir vorhaben, die Kita in Kalbe aufzugeben", sagte Haase

"Wir haben in Salzwedel noch zwei Kindergärten, und viele der Kinder, die in Kalbe betreut werden, kommen aus dem Bereich Arendsee", erklärte Haase. Diese Kinder sollen dann auf die beiden Einrichtungen in Salzwedel aufgeteilt werden. Für alle der jetzt in Kalbe betreuten Kinder gebe es alternativ einen Platz in einer anderen Lebenshilfe-Kindertagesstätte, sagte Haase. Auch die Mitarbeiter brauchten sich keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz zu machen, betonte er.

Ob die Einrichtung in Kalbe geschlossen wird, hänge von einigen Faktoren ab. So auch davon, ob die beantragten Fördermittel für die Sanierung eines der beiden Salzwedeler Lebenshilfe-Kindergärten fließen. Das Geld sei beim Landes-Jugendamt beantragt, es gebe aber noch keinen Förderbescheid. "Es ist alles noch im Fluss. Nach der Versammlung am 11. März wissen wir mehr", so Haase.

Die Einrichtung in Kalbe hat eine Kapazität von 25 Plätzen. Seit 1999 wird sie nach integrativem Ansatz geführt. Behinderte oder von Behinderung bedrohte und nichtbehinderte Kinder können gemeinsam betreut werden. In jüngerer Zeit waren es allerdings hauptsächlich behinderte Kinder, die die Kita besuchten. Sie werden dort von einem Team aus speziell ausgebildeten Erziehern und Therapeuten betreut.

Streit zwischen Stadt und Lebenshilfe gab es in den vergangenen Jahren um die Sanierung des städtischen Gebäudes, in dem die Einrichtung untergebracht ist. Die Lebenshilfe forderte jedes Jahr neu, dass die Stadt in das Haus investiert und Unterhaltungsmaßnahmen vornimmt. Diese verwies auf ihre angespannte Finanzlage und darauf, dass es mit der Lebenshilfe keinen Miet-, sondern einen Nutzungsvertrag für das Gebäude gebe. Im vergangenen Jahr wurden Mittel aus dem Konjunkturpaket für die Kita beantragt, die aber nicht bewilligt wurden.