Blumenberg l Wahrlich generationsübergreifend präsentiert sich der Blumenberger Kultur- und Karnevalverein (BKK) in seiner 24. Session, die am Sonnabend gestartet ist. Selbst die ganz Kleinen vom Blumenberger Spielplatz, wenn auch von Maria Braune und Felix Finke, beide über 20, dargestellt, finden schon ihren Platz auf der Bühne. Die in einem Auftritt dargestellten Senioren aus dem Altersheim, die mit dem Sparzwang in Deutschland zu kämpfen haben, sind im realen Leben auch noch wesentlich jünger.

Dennoch trennen den Jüngsten und den Ältesten auf der Blumenberger Karnevalsbühne mehrere Jahrzehnte. Zwischen acht und Mitte sechzig sind sie alt, sagen die Blumenberger Narren grob überschlagen von sich selbst. Wirbeln die Jungen vor allem zu flotten Rhythmen über die Bühne, so glänzen die Älteren besonders bei Sketchen und Büttenreden mit Erfahrung, Wortreichtum und Komik.

Überraschungen sind natürlich inklusive, denn die Karnevalisten entdecken bei der Konzeption des Programms, die schon Monate vor den tollen Tagen beginnt, stets neue Talente. So hat die Lady nach Gastauftritten in den vergangenen zwei Jahren in diesem Jahr wieder ausgedient. Und auch Mariechen gehört mittlerweile zum alten Eisen. "Dafür haben wir was Neues", sagte der Pressesprecher des BKK, Matthias Brosig, noch bevor mit dem ersten Countdown in die diesjährige Veranstaltungssaison gestartet wurde. Und damit hat er nicht zu viel versprochen. Der Blumenberger Karneval kann sich auf seine Urgesteine - allen voran Bärbel Braune, Werner Bierwirth und Dieter Richter - verlassen, weiß aber auch, dass die Jungen bereit stehen und die mittlere und jüngere Generation offen sind für Neues. So lässt sich vielleicht auch erklären, dass Moderator Daniel Axmann plötzlich singend und mit einer Gitarre um den Hals zu erleben ist und die Blumenberger Lerchen mit Tom Lüers seit letztem Jahr "junges Blut" in ihren Reihen haben.

Der Applaus und die Lachanfälle des Publikums im "Blumenberger Krug" geben den Karnevalisten Recht, dass die Mischung passt. Wenn da nicht zwei alte Brasselköppe wären, die da nicht mitgehen wollen. Sie nennen sich Mitglieder des Kritikerkontrollverbandes. Auf ein weiches Sofa gebettet, haben sie das närrische Treiben im Blick und schätzen das Für und Wider ab. Alles wird genau notiert. Konsequenzen wird das wohl nicht haben, denn wer genau hinsieht, entdeckt in der Rolle Dieter Richter und Werner Bierwirth.

Aber auch die Kontrolleure gönnen sich jetzt erstmal eine dreiwöchige Pause. Weitere Veranstaltungen des Blumenberger Karnevals gibt es am 15. und am 22. Februar sowie am 1. März.

 

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