Die extreme Häufung von Tretminen stinkt den Seehäusern gewaltig. Die Ortschaftsräte fordern deshalb schärfere Kontrollen durch das Ordnungsamt. Doch der Kampf gegen die Hinterlassenschaften von "Fiffy Co." gestaltet sich schwieriger, als gedacht.

Seehausen l Sie sind höchst ärgerlich, wenn man in eine hineingetreten ist. Und sie stinken die Seehäuser gewaltig an. Gemeint sind Tretminen, wie der Hundekot auch umgangssprachlich genannt wird. Während in Wanzleben und Klein Wanzleben bereits Hundetoiletten aufgestellt worden sind, warten die Seehäuser im Ärger um die Häufchen noch auf solche Hundehygieneboxen. Ortschaftsrat Hans-Werner Rudloff hatte dazu auf der jüngsten Ortschaftsratssitzung erklärt, dass er als Gemeindearbeiter bei der Stadt bereits drei Hundetoiletten beantragt habe.

Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch sieht in der Anschaffung von Hundetoiletten allerdings noch kein Allheilmittel. "Im Kampf gegen das Hundekotproblem ist die Bevölkerung aufgerufen, all jene Herrchen und Frauchen direkt darauf hinzuweisen, wenn diese die Tretminen ihres Vierbeiners vergessen haben zu entfernen." Zwar ist laut der Gefahrenabwehrverordnung jeder Hundehalter dazu verpflichtet, den Kot der Tiere mit einer Tüte aufzunehmen und in einem Abfallbehälter zu entsorgen - es machen aber am Ende nur wenige. 1560 offiziell angemeldete Hunde gibt es in der Stadt Wanzleben - Börde. Doch die Halter scheinen ihrer Pflicht nicht nachzukommen. Und das Ordnungsamt hat nach Angaben von Ordnungsamtsleiterin Sylvia Dammering kaum eine Chance einzugreifen. Der Grund: "Es ist äußerst schwierig, in solchen Fällen Verwarngelder auszusprechen. Man müsste dazu die Hunde auf frischer Tat erwischen und beobachten, wie der Hundehalter sich ohne den Kot seines Hundes zu beseitigen vom Ort entfernt. Für regelmäßige Kontrollaktionen in den Orten fehlen uns letztendlich auch die Mitarbeiter. Wir können leider nicht überall sein." Ein Bußgeld sei in solch einem Fall noch nicht verhängt worden. Immerhin kann eine Strafe bis zu 100 Euro fällig werden, wenn ein Übeltäter dann mal erwischt werden würde. Fotos von Übeltätern könnten Bürger dem Amt jederzeit als Zeugen zuspielen, merkt Sylvia Dammering an.

Die Verwaltung teilt dazu auch mit, dass auf der anderen Seite für jeden Anwohner eine Reinigungspflicht nach der Straßenreinigungssatzung gelte. Sollte ein Gehweg seit Wochen voller Hundekot sein, dann müsste auch der Grundstückseigentümer zur Verantwortung gezogen werden, weil er seiner Reinigungspflicht nicht nachgekommen ist. Und auch wenn es aus Sicht des Eigentümers ungerecht klinge, die Ordnungssünde sei in diesem Fall viel einfacher nachweisbar.

 

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