Spätestens bis zur Kommunalwahl Ende Mai soll die neue Entschädigungssatzung für ehrenamtlich Tätige vom Stadtratstisch sein. In Seehausen war der Entwurf jüngst vom Ortschaftsrat zurückgewiesen worden. Hier war die Zahlungsregelung für Feuerwehrleute, die an eine alljährliche Fortbildung geknüpft ist, kritisiert worden. Doch die 40-Stunden-Dienstauflage ist alles andere als neu.

Wanzleben l Feuerwehrleute bekommen laut Entschädigungssatzung der Stadt pro Einsatz fünf Euro ausgezahlt, sofern sie die Teilnahme an einer Standortausbildung von insgesamt 40 Stunden pro Jahr nachweisen können.

Jene Regelung hatte auf der jüngsten Sitzung des Seehäuser Ortschaftsrates für Zündstoff gesorgt. Rats- und Feuerwehrmitglied Hans-Werner Rudloff hatte dazu erläutert, dass es dabei nicht um die fünf Euro pro Einsatz gehe, sondern um die 40-Stunden-Auflage. "Immer weniger Mitglieder kommen aus beruflichen Gründen auf die geforderten Stunden. Selbst bei 35 Ausbildungsstunden scheiden sie aus dem aktiven Dienst. So werden es immer weniger, die im Ernstfall ausrücken können. Zu dieser Regelung gibt es Klärungs- und Handlungsbedarf", hatte er gefordert.

Nachdem der Satzungsentwurf vom Ortschaftsrat zurückgewiesen worden war, meldet sich Stadtwehrleiter Burkhard Wegner zu Wort. "Der von den Ortsräten geäußerte Unmut über die aufgeführte Regelung, dass die fünf Euro nur bei einer nachgewiesenen Teilnahme von 40 Ausbildungsstunden gezahlt werden, stand so auch schon in der alten Satzung, die erst vor knapp einem Jahr verabschiedet worden ist", erklärt er.

Der neue Satzungsbeschluss wird lediglich nötig, weil ab der neuen Legislaturperiode 2014/2019 die Entschädigungshöhen für alle Ortsräte und Ortsbürgermeister den Einwohnerzahlen anzupassen sind, lautet die Begründung aus der Verwaltung. Außerdem sind die Remkersleber mit der Wahl am 25. Mai aufgerufen, wieder einen eigenen Ortschaftsrat zu wählen, der dann aus seinen eigenen Reihen einen neuen Ortsbürgermeister zu bestimmen hat. Jene Entschädigungspauschalen müssen neu geregelt und in die Satzung mit aufgenommen werden.

"Für die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren hat sich damit in diesem Entwurf rein gar nichts verändert", betont der Stadtwehrleiter. "Die entsprechenden Abrechnungen müssen nach wie vor bei der Verwaltung eingereicht werden. Das System funktioniert auch."

Die Regelung, dass jeder Kamerad pro Jahr mindestens an 40 Fortbildungsstunden teilzunehmen hat, gibt die Feuerwehr-Dienstvorschrift des Landes vor. "Und das aus gutem Grund. Fort- und Weiterbildungen sind das A und O bei der Feuerwehr. Der Umgang mit der komplexen Einsatztechnik muss trainiert werden, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Ein Fußballspieler muss schließlich auch immer am Ball bleiben und regelmäßig trainieren, um fit zu bleiben. Der Unterschied ist, dass du als Fußballer ohne Gefahr für Leib und Leben auch mal ein Turnier verlieren kannst. Und das ist der Punkt: Bei der Feuerwehr darfst du eben nicht verlieren", sagt der 50-jährige Wanzleber, der die Leistung der in der Einheitsgemeinde rund 280 ehrenamtlich gemeldeten Einsatzkräfte einzuordnen und zu schätzen weiß.

Der Stadtwehrleiter setzt in der Debatte auf den offenen Dialog. "Den empfehle ich zu diesem Punkt auch allen Ortsräten, die auch zu den Jahreshauptversammlungen der Wehren willkommen sind. Sollte es zu den Zahlungsmodalitäten weiteren Klärungsbedarf geben, stehe ich als Ansprechpartner für Ortschaftsratssitzungen gern zur Verfügung."

Um es den berufstätigen Kameraden so leicht wie möglich zu machen, alljährlich auf jene 40 Stunden zu kommen, würden die meisten Ortswehren ihre Trainingseinheiten an den Wochenenden ausrichten. "Für jeden Kameraden findet sich auch eine Lösung. Im Rahmen der Ausbildungspläne ist für die Kräfte auch das Pendeln zwischen den Ortswehren möglich", erklärt Wegner.

   

Bilder