Das Groß Germersleber Schloss samt Park hat einen neuen Besitzer. Gekauft hat es der Groß Germersleber Mario Fleischhauer. Mit dem Verkauf soll der Alptraum von Rechtsrockkonzerten in dem Dorf vorbei sein. Die Bürgerinitiative "Groß Germersleben rechtsrockfrei" atmet auf.

GroßGermersleben l Mario Fleischhauer bestätigt es gestern der Volksstimme: "Ich bin der neue Besitzer von Schloss und Park in Groß Germersleben. Oliver Malina hat es mir verkauft". Malina habe wohl erkannt, dass die Proteste gegen die Rechtsrockkonzerte zu groß, die Auflagen, die er zu erfüllen hatte, zu hoch waren. Er wollte es einfach loswerden.

Mario Fleischhauer, der unmittelbar am Schloss wohnt und dort auf einer Fläche mit Stallungen schon jahrelang Hühner, Enten und Gänse hält, kannte Malina und dieser hatte ihn angesprochen. Doch der Groß Germersleber macht deutlich: "Ich bin kein Strohmann Malinas. Es wird definitiv keine Rechtsrockkonzerte im Groß Germersleber Schlosspark geben. Ich will hier meine Ruhe haben. Der Park bleibt geschlossen."

Dem 47-Jährigen ist klar, was er sich da "über den Hals" genommen hat. Immerhin handelt es sich um einen denkmalgeschützten Park mit Schlossruine. "Zum Denkmalschutz gab es bereits Kontakte. Ich darf in Abstimmung Pflegearbeiten im Park durchführen", berichtet Mario Fleischhauer. Das bekomme er auch noch schriftlich.

Oliver Malina hatte das Anwesen in Groß Germersleben in einer Zwangsversteigerung im Frühjahr des vergangenen Jahres gekauft. Der als Organisator rechter Konzerte bekannte Malina wollte auch in Groß Germersleben Ende Mai 2013 ein Rechtsrockkonzert veranstalten. Da er die Auflagen nicht erfüllen konnte, fand dieses Konzert wie schon in den Vorjahren abermals in Nienhagen statt.

Nachdem öffentlich wurde, dass der bekannte Organisator von Nazi-Konzerten das Groß Germersleber Schloss und den Park erworben hatte, formierte sich in dem Ort ein breiter Widerstand. Eine Bürgerinitiative ist noch heute aktiv. Donald Dölle, Chef der Bürgerinitiative, betonte gestern gegenüber der Volksstimme, dass sie den Wiederverkauf in jedem Fall positiv bewerten.

Dank für das Engagement

"Ich bin natürlich froh, dass der Spuk ein Ende hat. Besser konnte es nicht kommen, weil es sich beim neuen Besitzer um einen Einheimischen handelt. Bei einem Fremden würde immer wieder die Frage im Raum stehen, was hat der mit Schloss und Park vor", so Dölle. Am Dienstag kommt die Bürgerinitiative wieder zusammen. Dann wolle man sich auch darüber eine Meinung bilden, wie es mit der Gemeinschaft weitergeht.

Ein riesiger Stein ist auch Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke vom Herzen gefallen, nachdem die Stadt erfuhr, dass das Schloss einen neuen Besitzer hat. Er verbinde diese gute Nachricht zugleich mit der Hoffnung, dass die Stadt Oschersleben samt ihrer Ortsteile auf Dauer von der Gefahr von Rechts oder rechter Konzerte verschont bleibe. "Ich kann mir vorstellen, dass auch bei den anderen Behörden wie Polizei und Landkreis große Erleichterung herrscht. Bei den genannten Partnern kann ich mich nur für die gute Zusammenarbeit und für das konsequente Handeln sowie bei der Bürgerinitiative für das Engagement bedanken", betonte Dieter Klenke.