Einem kleinen Barneberger Schatz, der vor Jahren auf dem Speicher des Rathauses gehoben worden war, soll jetzt wieder zu altem Glanz verholfen werden. Es geht nur um einen Quadratmeter Stoff, der für die Dorfgeschichte aber von ideellen Wert ist.

Barneberg l Joachim Meier, ehemaliger Bürgermeister und Vorsitzender des Heimatvereins, betrachtet das ausgezehrte Stück Tuch, das auf einem Tisch ausgebreitet vor ihm liegt: eine alte Vereinsfahne des Barneberger Gesangsvereins "Harmonie". Die Ränder sind ausgefranst, die Farben ausgeblichen, der Untergrund teils abgeblättert. "Aber an sich ist das eine sehenswert und aufwendig gestaltete Fahne", befindet Meier. Sie bräuchte nur etwas Aufpäppelung.

Darum traf sich Joachim Meier dieser Tage im Dorf- gemeinschaftshaus mit Stephan Dammann aus Bade- leben. Der ist angehender Bühnenmaler und hat seine Hilfe angeboten, sofern sich eine Restaurierung der Fahne als machbar erweisen würde. Beide Männer begutachteten also den güldenen Stoff mit der Abbildung einer holden Maid. Laut Fahnenaufschrift war der Gesangsverein am 1. August 1894 gegründet worden. "Da es ihn längst nicht mehr gibt, wäre die restaurierte Fahne für die Barneberger eine schöne Erinnerung", meint Meier.

Vor einigen Jahren schon hatte man den kleinen Schatz auf dem Dachboden der ehemaligen Gemeinde entdeckt. Wer sie dort deponierte, konnte nicht mehr ermittelt werden. Der Zahn der Zeit hat dem Schmuckstück arg zugesetzt. "Der Fahnenstoff zerfällt bereits an mehreren Stellen und damit droht auch die Malerei verloren zu gehen", so Stephan Dammann, der sich nun als Retter erweisen könnte. Von Beruf bereits Maler hat er sich über Umwege nun noch der Bühnenmalerei verschrieben, wo er sein künstlerisches Talent einbringen kann.

Für den Heimatverein ein Glücksfall, denn Dammann zeigte sich optimistisch und hat seine Hilfe zugesagt: "Ich denke, die Restaurierung ist machbar." Joachim Meier hörte das gern: "Wunderbar. Es freut mich sehr, dass wir solche Unterstützung bei der Erhaltung und Bewahrung dieses Stücks Heimatgeschichte und ört- lichen Kulturguts erfahren."