Wenn Ende Mai die Alikendorfer mit einem "Fest sooo lang wie Alikendorf" die 1050 Jahre währende Geschichte ihres Heimatortes feiern, dann unternehmen sie zugleich auch eine Reise durch die Historie ihres Dorfes.

Alikendorf l Beinahe Hoch- betrieb herrschte zur Sprechstunde von Alikendorfs Ortsbürgermeisterin Inge Pohle im kleinen Gemeindebüro. Während sie sich gemeinsam mit den Mitstreitern der Chronikgruppe, Erika Grunenberg und Detlef Ertmer, in einen Nebenraum zurückgezogen hat, gibt es für Veronika Böttcher alle Hände voll zu tun. Sie digitalisiert alte Fotos, die vor allem die älteren Alikendorfer vorbeibringen. Und während Veronika Böttcher Bild für Bild durch das Spezialgerät schiebt, wird die Geschichte des kleinen Bördedorfes wieder lebendig und die Männer und Frauen wissen zu ihren Fotos auch viele Geschichten zu erzählen.

Den Mitstreitern der Chronik ergeht es da nicht anders. Sie bereiten derzeit eine Ausstellung und die Festschrift für das Dorfjubiläum vor. Wenn Ende Mai die Feierlichkeiten am Himmelfahrtstag (29. Mai) starten, können die Dorfbewohner und Gäste im Schützenhaus neben der Ausstellung auch kleine Filme und die zahlreichen digitalisierten Fotos dann anschauen. Ganz aktuell brachte in diesen Tagen der ehemalige Ortsbürgermeister Peter Markgraf einen Film vorbei, der über die Dorferneuerung gedreht wurde. Auch ein altes Fotoalbum von Rolf Rödiger, er lebt in Potsdam, von seinem einstigen Heimatort, war gerade "eingetroffen".

So klein oder so lang auch Alikendorf ist, die Historie ist schon interessant. Und sie beginnt 964 mit der Äbtissin Adelheid vom Walde. 1603 war Alikendorf eine anhaltinische Exklave. 1897 wurde ein Radsportverein gegründet.

Detlef Ertmer berichtet, dass es in dem kleinen Dorf immerhin einst einen Tischler, eine Schrotmühle, einen Schmied, einen Schuhmacher, einen Stellmacher (Böttcher) und einen Friseur gab. "Und wir hatten drei Gaststätten und jede hatte noch einen `Krämerladen` dabei", erinnert sich der Alikendorfer.

1958 entstand die LPG, Typ 2. Sie trug den klangvollen Namen "Weiße Taube". "In der LPG gab es eine Brigade ,Rosa Thälmann`. Damals wurde Rosa Thälmann sogar angeschrieben, ob sie mit der Namensgebung einverstanden sei", erzählt Inge Pohle.

"Wir suchen für unseren Festumzug noch Personen, die die Brigade ,Rosa Thälmann` darstellen", berichtet die Ortsbürgermeisterin weiter. In jedem Fall solle der Festumzug zum abschließenden Höhepunkt der Feierlichkeiten zu 1050 Jahre Alikendorf werden. "In diesem Zug werden markante Jahre aus der Geschichte unseres Dorfes wieder zu finden sein. So starten wir mit dem Festumzug im wahrsten Sinne des Wortes eine Zeitreise", so Inge Pohle. Geplant ist auch, dass der älteste und der jüngste Bürger im Festumzug zu besonderen Ehren kommen: Sie werden in einer Kutsche durch den Ort kutschiert.

Die Ortsbürgermeisterin erinnert die Bürger daran, dass am 20. Februar noch einmal ein Treffen aller Beteiligten, und die es noch werden wollen, zum Festumzug stattfindet. "Dann wollen wir klären, wer geht als was, wer hat eigene Kostüme und was muss noch besorgt werden", so Inge Pohle.

Das Festprogramm für die 1050-Jahr-Feier vom 29. Mai bis 1. Juni steht. Die offizielle Eröffnungsveranstaltung findet am 30. Mai in der Alikendorfer Kirche statt. Für den Abend ist es gelungen, die Kultband "Tänzchentee" in das Dorf zu holen. Am 31. Mai steigt ein bunter Markt rund um den Neumannschen Taubenturm.

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