Oschersleben l Der politische Wille, ein Kombibad zu erreichten, wurde bereits im Jahr 2012 durch die Stadtratsmitglieder bekundet. Und der Standort stand eigentlich auch schon fest: Eine Ratsmehrheit sprach sich für das Freibadgelände in der Breitscheidstraße aus. Doch mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen geändert. So wurden per Stadtratsbeschluss im vergangenen Jahr die Fördergebietsgrenzen für den Altstadtkern innerhalb des Programms "Stadtumbau Ost" um das Bahnhofsareal erweitert.

Das war für die CDU-Fraktion im Oschersleber Rat unter Führung von Torsten Schubert der Anlass, das Areal sowie den bereits beschlossenen Standort in der Breitscheidstraße von unabhängiger Stellen unter die Lupe nehmen zu lassen. Fragen nach den künftigen Kosten und den Möglichkeiten von Fördermitteln sollten beantwortet werden.

Seit Anfang des Jahres liegen zwei Exposés vor, eines durch die CDU in Auftrag gegeben, das andere von den Standortbefürwortern Breitscheidstraße, allen voran Ines Schreinert und Wolfgang Zahn. Die Landesentwicklungsgesellschaft Saleg wurde zum Jahresanfang von den Stadträten beauftragt, beide Exposés zu vergleichen. Heute nun soll die Gesellschaft in der extra anberaumten Sondersitzung die Lokalpolitiker über das Ergebnis unterrichten.

Das Exposé des Standortes Breitscheidstraße, erstellt durch die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt, hebt vor allem die Vorteile der zur Verfügung stehenden Gesamtfläche von 50000 Quadratmetern mit Liegewiesen, Hecken, Büschen und über 300 Bäumen sowie die landschaftlich attraktive Lage hervor.

Das Exposé zum Bahnhofsgelände hebt die Aussicht auf Fördermittel im Rahmen des Stadtumbaus Ost hervor. Rund 40 Prozent seien möglich. Eine Nachfrage beim zuständigen Landesbauministerium bestätigt die Ausführungen. So werden ausschließlich Projekte in der City gefördert, Randbereiche wie der in Frage kommende Standort in der Breitscheidstraße dagegen überhaupt nicht. Die Gründe liegen auf der Hand: So würde am Beispiel des Bahnhofs- areals ein Schandfleck im Innenstadtbereich verschwinden. Zudem geschieht aufgrund des demografischen Wandels die Städteentwicklung wieder mehr zum Innenstadtbereich hin - kurze Wege für eine immer älter werdende Bevölkerung. Ministeriumssprecherin Birgit Gross machte auch für die im Jahr 2017 beginnende neue Förderperiode keine großen Hoffnungen. "Dem Charakter nach ist für das Programm `Stadtumbau Ost` immer zu vermuten, dass eine Innenentwicklung unterstützt werden soll", sagte Gross gegenüber der Volksstimme.

Wenn es nach Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke (parteilos) geht, sollten die Räte heute über den künftigen Standort entscheiden. Die Beschlussvorlage ist erstellt und in die heutige Tagesordnung aufgenommen. Wird diese von den Räten bestätigt, wird auch abgestimmt. Doch eine Umfrage unter Ratspolitikern lässt Spannung für die Sitzung vermuten: Demnach ist sich der eine oder andere Volksvertreter noch unschlüssig sowohl in der Frage der Abstimmung als auch in der Frage des Standortes.

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