In Sachen Internet leben die Schwaneberger im "Tal der Ahnungslosen". Die Versorgung mit schnellem Internet ist ein großes Problem. Jetzt soll eine sogenannte Insellösung geschaffen werden.

Schwaneberg l Eine E-Mail an Ortsbürgermeister und vor allem Landwirt Axel Spengler zu schicken, hat wenig Sinn. Die Mails kommen in der Regel nicht an. Spengler schwört daher auf das gute alte Fax. Doch nicht nur Axel Spengler beklagt als Unternehmer die schlechte Internetversorgung in Schwaneberg. Betroffen sind etliche andere Unternehmer und natürlich auch die Privathaushalte. Diese haben sich zwar über LTE und verschiedene Anbieter zum Teil ihre eigenen Lösungen geschaffen, doch diese funktionieren nicht überall im Ort. Selbst das Telefonieren wird im Bördedorf zum Problem, was im Falle eines Notfalles sogar zur Gefahr für die Bürger werden könnte.

Die Tal-Lage Schwanebergs sei ein echtes Problem, musste in der Ortschaftsratssitzung in der Heimatstube des Bördedorfes festgestellt werden. Zahlreiche Bürger waren der Einladung zur Sitzung gefolgt, denn an diesem Abend wurde eine neue Lösung für ein schnelleres Internet über Breitband vorgestellt.

Eine sogenannte "Insellösung" für Schwaneberg könnte es werden. Denn eine Versorgung mit einem leistungs- starken und schnellen Internet ist in der gesamten Gemeinde Sülzetal problematisch. Mehrfach hat die Gemeinde Sülzetal Anlauf genommen, um mit Hilfe von Fördermitteln in den Genuss der Breitbandversorgung zu kommen. Eine aktuelle Bedarfsermittlung unter der Bevölkerung und der zahlreichen Betriebe in den Gewerbegebieten brachte eine große Resonanz. Doch die Sache scheiterte bislang an den Eigenmitteln, die die Gemeinde aufbringen müsste, um in den Genuss der Fördermittel zu kommen. Da das Sülzetal im vergangenen Jahr gar keinen Haushalt hatte, gab es von der Kommunalaufsicht auch kein O.K. für die Inanspruchnahme der Fördermittel. Doch die Schwaneberger wollen und können nicht warten, bis die Gemeinde in Sachen Breitband irgendwann aus den "Puschen" kommt. Vertreter des Bauamtes machten sich daher auf in die Staatskanzlei, um eine "Insellösung" für Schwaneberg auf den Weg zu bringen.

Tatsächlich wurde ein Weg gefunden, Schwaneberg mit einem schnellen Internet zu versorgen. Etwa 65000 Euro wurden als Deckungslücke in der Ortschaftsratssitzung angegeben. Zieht man den Förderanteil und eine bereits zugesagte Spende ab, bleibt ein Eigenanteil für die Schwaneberger in Höhe von 5500 Euro.

"Die angestrebte Insellösung für unser Dorf funktioniert tatsächlich nur, wenn sie haushaltsneutral für die Gemeinde über die Bühne geht", erklärte Axel Spengler den Bürgern. Die Eigenmittel in genannter Höhe müssten auf einem Sonderkonto zweckgebunden eingezahlt sein, erst dann könnten die Fördermittel für Schwaneberg mit Hilfe des Beraterteams der Firma I2KT beantragt werden. Dass das Aufbringen der Eigenmittel aus den Reihen von Firmen und Bürgern rechtlich auf sicheren Füßen stehe, wurde bereits geprüft.

Bauamtsleiter Fred Fedder konnte als technische Details berichten, dass vor allem eine neue Verkabelung an den Hauptverteilern vorgenommen werden solle. Kommt die Insellösung für Schwaneberg, könnten die Internetnutzer mit 50 Megabit pro Sekunde und noch schneller auf der Datenautobahn unterwegs sein. Zu Datenmengen und weiteren Kosten könnten momentan noch keine weiteren Angaben gemacht werden.

Aus den Reihen der Bürger kam während der Ortschaftsratssitzung noch der Hinweis, möglicherweise das Projekt so in Angriff zu nehmen, dass auslaufende LTE-Verträge beachtet und die Bürger nahtlos in das neue Internet wechseln könnten. Ortsbürgermeister Axel Spengler wird sich nun auf den Weg machen und sich zuerst bei den Firmen erkundigen, in wie weit sie bereit sind, sich finanziell an der Aktion zu beteiligen. Dann könne er sagen, welchen Anteil die Bürger noch aufbringen müssen.