DSL-Erfahrung ist speziell im nordwestlichen Teil der Oberen Aller rar gesät. Neben der auf der Breitbandkarte (noch) grauen Zone zwischen Harbke, Sommersdorf und Wefensleben sind auch Wackersleben, Ovelgünne und Siegersleben vom Hochgeschwindigkeitsnetz bislang ausgeschlossen. Mit der DSL-Offensive des Landes sollte sich das binnen eines Jahres ändern. Volksstimme hakte zum Stand der Dinge nach.

Obere Aller. Mit der Unterzeichnung der Kooperationsverträge zwischen der Verbandsgemeinde und dem Magdeburger Telekommunikationsunternehmen MDDSL im September vorigen Jahres wurde formell der Grundstein gelegt. Innerhalb von zwölf Monaten – in Abhängigkeit vor allem von der Wetterlage und dem Vorankommen der Bautätigkeiten – wurde den Orten Wefensleben/Belsdorf, Harbke, Marienborn, und Ovelgünne/Siegersleben der Anschluss ans Internet via Breitband zugesagt. Wenig später gesellte sich auch Wackersleben hinzu. Für Sommersdorf übernimmt die Telekom den DSL-Ausbau, die sich bislang jedoch noch nicht näher zu ihren Plänen geäußert hat. Auf Bitte der Volksstimme beantwortete Thomas Malcher, DSL-Projektleiter der Verwaltung einen Fragenkatalog zum aktuellen Sachstand für die von der MDDSL betreuten Gemeinden.

Gab es schon Bautätigkeit des DSL-Versorgers? Wenn ja, wo und welche? Wenn nein, wann ist damit zu rechnen, welche Aufgaben sind zuvor noch zu erfüllen?

In dieser Woche beginnen die ersten baulichen Maßnahmen der Firma MDDSL im Ort Harbke. Hier werden die Mehrgeschossbauten in der Straße der Einheit, Parkstraße und Straße des Aufbaus für die DSL-Versorgung vorbereitet. Es werden in den Kellern die Verkabelung innen vorgenommen und die technischen Voraussetzungen für die Erdverkabelungen vorbereitet.

Die Bauzeit in Harbke beträgt zirka drei bis vier Wochen. Dann geht es nach Wefensleben, um die gleichen baulichen Vorbereitungen in der Heinrich-Heine-Straße, Thomas-Mann-Straße und Lindenallee auszuführen.

Wenn das Wetter es dann ermöglicht, werden direkt die Tiefbauarbeiten erfolgen, um die Mehrgeschossbauten untereinander zu verbinden, die Orte und Ortsteile von den Einspeisepunkten zu den Kabelverzweigern zu erschließen sowie die Einspeisepunkte errichtet, um die Orte mit dem Weitnetz zu verbinden.

Lässt sich inzwischen schon genauer abschätzen, wann Breitband-Internet in den Gemeinden verfügbar ist?

Mit den vorgenannten baulichen Maßnahmen wird die geplante Fertigstellung bis September 2011 gehalten! Ein genauer Zeitplan kann aber wirklich noch nicht gegeben werden. Derzeit werden die Standorte für die Weitnetze und Ortseinspeisungen vertraglich vorbereitet; über das beauftragte Planungsbüro in Magdeburg werden die umfangreichen Arbeiten bezüglich der Trassenführung erledigt; dazu gibt es Abstimmungen mit den Tiefbauern und Gespräche mit den Grundstückseigentümern. Das alles ist vom Umfang her nicht unerheblich und auf der Zeitschiene schwer einzuordnen.

Sind eventuell neue Fragen oder Probleme seitens der Kunden bzw. Bürger vorgebracht worden?

Es können mit der Fertigstellung alle Interessenten Stück für Stück angeschlossen werden. Viele Interessenten haben Wunschtermine, die natürlich Berücksichtigung finden werden. Fragen gibt es immer wieder zu Preisen, Leistung und dem Anschlusstermin. Informationen dazu findet man auf der Internetseite der MDDSL unter www.mddsl.eu, wo ein Link zu den FAQ (meist gestellte Fragen) und zur Bedarfsliste führt.

Für spezielle Fragen empfehlen wir, eine E-Mail an info@mddsl.eu zu schicken oder sich an die Telefon-Hotline zu wenden: 01805 95 97 06 (Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr; 14 ct/min aus dem deutschen Festnetz, 42 ct/min aus dem deutschen Mobilfunknetz).

Inwiefern können sich Nachzügler noch anmelden?

Interessenten, die sich noch nicht registriert haben, können jetzt eine verbindliche Bestellung, ebenfalls auf der Homepage der MDDSL unter dem Link "Bestellung", vornehmen.

Sind weitere Anschlussgebiete in Arbeit?

Ebenfalls unterversorgt nach der Definition der Förderrichtlinien sind die Bereiche Druxberge, Ohrsleben und Barneberg. Die Mittel aus dem Konjunkturprogramm KII sind verbraucht, andere Fördertöpfe würden einen Ausbau ebenfalls ermöglichen. Wie jedoch auch bei den KII-Mitteln ist hier der konkrete Bedarf entscheidend für eine Förderung. Die Bedarfsermittlung in den genannten Orten fiel jedoch sehr ernüchternd aus, sprich: nur ein ganz geringer Teil hat seine Unterversorgung angezeigt und den Bedarf angemeldet. Technisch wäre der Anschluss ohne weiteres möglich. Hier sollte deshalb nochmals ein Versuch gestartet werden, die notwendigen Bedarfsmeldungen zu erhalten, um auch hier eine Beseitigung der Unterversorgung realisieren zu können.