Mit zwei Veranstaltungen haben am Wochenende die Prunksitzungen der Neuwegersleber Narren begonnen. Es war ein stimmungsvoller Auftakt im Klein-Berliner-Hof.

Neuwegersleben l "Auch wenn\'s den andern nicht gefällt - Klein-Berlin ist Mittelpunkt der Welt" lautete das Motto am Wochenende in Neuwegersleben. Am Sonnabend und am Sonntag bebte der Saal, denn die Narren aus dem Dorf begeisterten mit einem bunten und vielfältigen Karnevalsprogramm. Die ausgelassene Stimmung der ersten Prunksitzung setzte sich auch am Folgetag fort, denn dann kamen die Senioren voll auf ihre Kosten.

Prinz Andi III. und Prinzessin Jenny II. verstanden es an beiden Tagen prima, das närrische Volk zu regieren und gewährten bereits beim Auftakt ihrer Prinzengarde die erste Zugabe. Auch die rot-weißen Funkenmädchen ließ das Publikum nicht so einfach ziehen, denn auch hier wollte man doppelt applaudieren und den Gardetanz ein zweites Mal sehen. Musikalisch ging es mit den Dancing-Girls und Lollypops weiter, die nicht nur für zahlreiche Raketen sorgten, sondern auch viel Haut in feschen Kostümen zeigten.

Telefonisch unterbrochen wurde die Sitzung durch den einstigen Neuwegersleber Karl-Otto, der nicht nur über alle Maßen neugierig war, sondern es außerdem schaffte, das Thronratsmitglied Albert Busse in seinem Amt gehörig zu stören. Dem halfen schnell die Klein-Berliner-Hofsänger ab und luden das närrische Volk zum Mitsingen und Mitschunkeln ein.

Über Freud und Leid des kläglichen Rentnerdaseins berichtete anschließend Ina Jedrzejczak in ihrer Bütt. Die anfängliche Freude über den lang ersehnten Ruhestand hielt nicht lange an, die Langeweile machte sich breit und brachte die rüstige Rentnerin alsbald auf neue Ideen.

Für zahlreiche Lacher sorgte ein altbekanntes Märchen: Rumpelstilzchen brachte den Saal des Klein-Berliner Hofes zum beben. In musikalischer Form - mit Witz, Humor und jeder Menge Darsteller - sorgte von Hannelore Vetter für einigen Wirbel auf der Bühne. Dem standen auch die Klein-Berliner-Tanzmäuse in nichts nach, sie entführten ihr Publikum stimmungsvoll in das Rotlichtmilieu und ernteten neben zahlreichen Helaus wiederum eine lautstarke Zugabe.

Den Ehealltag mit all seinen Höhen und Tiefen, gewürzt mit Raffinesse und einer gehörigen Portion Witz, zeigten auch in dieser Session Erika Buller und Thomas Ratschat auf. In ihrer traditionellen Rolle als Rosi und Paul ernteten sie viele Lacher und gaben zudem zahlreiche Ratschläge für eine gut funktionierende Zweisamkeit. Mit einem Medley aus vergangenen Jahren begeisterte das Männerballett, entführte das närrische Publikum beispielsweise in die Welt der fleißigen Bienen, in das Land der aufgehenden Sonne, in das rauhe Piratenleben und in das Reich von Dschingis Khan. Das Publikum brüllte, der Saal bebte und Vereinspräsident Armin Krüger musste seine Stimmbänder mächtig strapazieren, um sich Gehör zu verschaffen. "Ein besonderes Sahnestückchen haben wir noch", kündigte er an und rief Prinzessin Jenny Kroll auf die Bühne, die erstmals mit Sologesang begeisterte.

Einen bayerischen Höhepunkt im typischen Outfit lieferten die Klein-Berliner-Tanzmäuse zusammen mit den Herren vom Männerballett. Sie rissen mit ihrer Darbietung die Narren von ihren Plätzen und lieferten mit ihrem Auftritt einen stimmungsvollen Abschluss des ersten närrischen Karnevalwochenendes in Neuwegersleben. Alles nach einem dreieinhalbstündigen, bunten Narrenprogramm.

Wie Vereinspräsident Armin Krüger weiter mitteilte, findet nach der zweiten Prunksitzung am kommenden Sonnabend der traditionelle Kinderkarneval am Sonntag, 23. Februar, um 14.11 Uhr statt. Hier kommen die Jüngsten voll auf ihre Kosten und dürfen nach dem närrischen Kinderprogramm auch noch jede Menge Spiel und Spaß genießen.

   

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