Lang genug hat es gedauert, doch nun sind die Strapazen des vergangenen Jahres fast vergessen. Die Mädchen und Jungen der Puschkin-Grundschule werden wieder in Oschersleben unterrichtet.

Oschersleben l Am ersten Schultag nach den Winterferien herrschte große Aufregung an der Puschkin-Grundschule in Oschersleben. "Wir haben uns alle draußen getroffen und dann kam Kindermusik", berichtet die Viertklässlerin Joanna Schadewald über den ersten Schultag in der neu-alten Schule. Anschließend haben alle gemeinsam getanzt und gesungen, um dann geschlossen die neuen Räumlichkeiten ihrer Schule zu erkunden.

"Wir waren alle ganz schön aufgeregt."

Len Pöls, Grundschüler

"Wir waren alle ganz schön aufgeregt. Es war schön, dass wir alle am ersten Tag nicht so viel Unterricht hatten", ergänzt ihr Klassenkamerad Len Pöls.

Einige Tage sind seitdem vergangen. Doch die Schüler haben sich schnell an ihre renovierte Schule gewöhnt. "Jetzt muss ich endlich auch nicht mehr mit dem Bus fahren", berichtet die zehnjährige Sandra Walker erleichtert. Rund neun Monate mussten die Grundschüler täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder den Eltern bis nach Hadmersleben und wieder zurück. Dort waren sie wegen den Sanierungsarbeiten ihrer Stammschule vorübergehend untergekommen. Aber nicht nur das hat sich seit den Winterferien für die Grundschüler verändert. Die vierte Klasse kennt noch genau den Zustand vor den Renovierungsarbeiten. "Es ist einfach alles heller und die Lichter im Flur sind toll", sagt der neunjährige Marc Keck. Und das können seine Klassenkameraden nur bestätigen. Großen Zuspruch finden auch die neuen Sanitäranlagen, die in einem warmen Rot gehalten sind.

"Ja, die Kinder sind ganz begeistert von den automatischen Lichtern in den Fluren und Klassenräumen", bestätigt die Schulleiterin Gudrun Schmidt. Zwar sei die Anschaffung von Bewegungsmeldern und Sensoren, die sich automatisch den Lichtverhältnissen in den Klassenzimmer anpassen nicht gerade billig gewesen, "langfristig werden wir aber dadurch einiges an Energie einsparen können", weiß die Direktorin.

Neu sind auch die Sprechanlagen in den Räumen. "Wenn es einem Kind plötzlich schlecht geht, können die Lehrer direkt mit dem Sekretariat sprechen und trotzdem die Klasse beaufsichtigen", erklärt Schmidt die Funktion der neuen Anlagen.

Seit den Renovierungsarbeiten gibt es auch einen Fahrstuhl am Schulgebäude. "Der Aufzug ist zwar schon abgenommen und voll funktionstüchtig, dennoch muss zuerst die Außenanlage fertiggestellt werden, damit er auch benutzt werden kann", berichtet die Grundschulleiterin über eine der noch kleineren Baustellen.

"Es kamen sogar Eltern auf uns zu und haben sich bedankt, dass alles so reibungslos verlief."

Gudrun Schmidt, Grundschulleiterin

Auch die Fertigstellung des Spielplatzes und die Installation einer Trinkbrunnenanlage für die Kinder im Foyer der Schule stünden noch an. Erfreut ist die Leiterin über das große Verständnis der Kinder sowie ihrer Mütter und Väter. "Es kamen sogar Eltern auf uns zu und haben sich bedankt, dass alles so reibungslos verlief", sagt Schmidt erleichtert und freut sich auf eine spannende Zukunft im nun völlig modernisierten Schulgebäude.

Im April des vergangen Jahres ging die Stadt Oschersleben die Sanierung der Puschkin-Grundschule an. Parallel dazu liefen die Arbeiten an der Sekundarschule. Beide sollten November 2013 fertig sein. Wegen unvorhersehbarer Verzögerungen während des Ausschreibungsverfahrens sowie auf dem Bau dauerten die Arbeiten bis jetzt an. So könnte auch die für die Grundschule geplante Bausumme von 2,16 Millionen Euro - zum größten Teil Fördermittel - überschritten werden (Volksstimme berichtete). Eine Abschlussrechnung wird laut Stadtverwaltung derzeit erarbeitet. Mit einen Ergebnis sei in etwa sechs Wochen zu rechnen.