Stadt Wanzleben-Börde l Weltweit steigt die Nachfrage nach recyclebarem Altpapier. Auch hierzulande ist es heiß begehrt, weil es bares Geld einbringt. Der Sammel-Trend hat bereits Schule gemacht. Doch mit jeder Aktion steht den Schul- und Kita-Fördervereinen ein Behörden-Papier-Marathon bevor. Den hatte sich eine Entsorgungsfirma offensichtlich ersparen wollen. Die so im Kreis an Schulen und Kitas illegal aufgestellten Container werden nun entfernt.

Warum denn der große Papiersammelcontainer vom Klein Rodelsbener Kita-Gelände abgeholt worden sei, fragt sich Dorli Krolik. "Die Kinder haben das Papier manchmal sogar mit einem kleinen Handwagen abgeholt. Darüber haben sich alle Bewohner gefreut. Das war eine sinnvolle Aktion, wie ich fand, auch deshalb, weil die Entsorgungsfirma dafür einen Obolus gezahlt hat", erzählt die Seniorin aus Klein Rodensleben.

Zu ihren Fragen, weshalb denn der alte entfernt wurde und ob denn ein neuer Papiersammel-Container aufgestellt werde, hakte die Volksstimme bei Sozialamtsleiterin Sylvia Dammering nach. "Der Papier-Container, der bei der Kita ,Biene Maja` stand, gehörte nicht zur Abfallentsorgung des Landkreises. Ein neuer Container soll aufgestellt werden, so dass weiter vor Ort gesammelt werden kann. Ob und wie eine Vergütung gewährt wird, ist derzeit noch nicht bekannt", erklärt die Amtsleiterin.

Davon, dass jene Entsorgungsfirma hier ihren Container illegal aufgestellt hatte, spricht Stephanie Schuster, Sachgebietsleiterin für Abfall- und Satzungsrecht im Landkreis Börde, Eigenbetrieb Abfallentsorgung. "Eine Prüfung ergab, dass die Container nicht beim Landesverwaltungsamt angemeldet waren. Hier gab es weder einen Vertrag, noch eine Genehmigung", erklärt sie. Im Bereich des ehemaligen Ohrekreises seien so bislang an acht Kitas und einer Grundschule jene illegal aufgestellten Papierbehälter festgestellt und entfernt worden. "Für das Gebiet des alten Bördekreises wissen wir bislang nur, dass das Unternehmen in der Klein Rodensleber und Groß Rodensleber Kita Boxen unerlaubt aufgestellt hatte." Eine Anzeige gegen die Firma wird es seitens des Landkreises nicht geben: "Das liegt nicht in unserem Zuständigkeitsbereich", erklärt Schuster.

"Wir bitten alle betroffenen Einrichtungen auf diesem Wege, uns ihren Papierentsorgungsbedarf zu melden. Sie bekommen dann neue Container", kündigt die Landkreismitarbeiterin zudem an. "Die Höhe einer möglichen Vergütung muss momentan noch geprüft werden. Dass die Kitas und Schulen mit der Sammlung von Altpapier zur Umweltbildung beitragen, möchte der Landkreis auch weiterhin unterstützen", betont sie.

Stephanie Schuster erklärt weiter, dass das Papier, das die Bürger und Einrichtungen in die blaue und damit offizielle Tonne geben, wichtig für den Landkreis sei, um die Müllgebühren stabil halten zu können. "Denn der Erlös aus dem Papierrecycling fließt in das System zurück und kommt so allen Gebührenzahlern zugute. Umso weniger Papierabfall in den blauen Tonnen ist, desto weniger Erlös kann verrechnet werden."

Auch jede gemeinnützige Wertstoff-Sammlung müsse im Vorfeld von den hiesigen Schul- und Kita-Fördervereinen beim Landesverwaltungsamt angemeldet werden.