80 Jahre wird sie morgen alt, die Barneberger Feuerwehr. Normalerweise ein glänzender Anlass zum Feiern. Doch das Jubiläum steht unter keinem funkelnden Stern: Es besteht Auflösungserscheinung statt Festlaune.

Barneberg l Das 80. Jahr ihres Bestehens war im Grunde genommen auch das letzte der Freiwilligen Feuerwehr Barneberg. Der Ratsbeschluss vom Oktober steht: Angliederung an die Hötensleber Feuerwehr, für Barneberg bleibt offiziell nur der Status einer Löschstaffel vor Ort. Es fehlt noch das Okay vom Land - eine Formalie auf Papier. In der Praxis ist weder die nötige Tagesbereitschaft gesichert noch ein Ortswehrleiter in Sicht. Die Führungsaufgaben obliegen derzeit Gemeindewehrleiter Reinhard Breitfelder aus Druxberge. Er hat Verständnis dafür, dass den Barneberger Kameraden angesichts dieser traurigen Situation nicht nach Jubelarien zumute ist. Im Laufe des Jahres soll es eine Feier im kleinen Rahmen geben.

Ortschronist Wieland Schröder hat sich trotzdem die Mühe gemacht, einen würdigenden Blick in die Dorfannalen zu werfen: "Man schrieb den 23. Februar 1934, an diesem Tag finden wir die Eintragung im Vereinsregister Hötensleben zur Bildung der Freiwilligen Feuerwehr in Barneberg." Eine Handvoll ortsansässiger Handwerker und Landwirte wird darin als erster Vorstand genannt, angeführt von Schmiedemeister August Hobohm. Soweit zur urkundlichen Geburtsstunde der Feuerwehr. "Daraus und aus anderen überlieferten Unterlagen des Kreises Neuhaldensleben ist jedoch abzuleiten, dass das Feuerlöschwesen zuvor schon geregelt war", betont Schröder. Brände in vorangegangenen Jahrzehnten bedeuteten eine existenzielle Bedrohung und bewirkten in neuerer Zeit schließlich die Gründung von Feuerwehren.

Hundert Jahre zuvor hatte ein verheerendes Feuer in Barneberg gewütet. Wieland Schröder liegt ein Bericht von Dorfschulze Duckstein vor. Der schildert den Brand vom 30. September 1833: "Vormittags 10 Uhr brach in dem Hofe des Halbspänners Bremer - und zwar in der Scheune nach Goedecke hin - ein Feuer aus, wodurch nicht nur der ganze Bremersche Hof, sondern auch noch folgende hier aufgezeichnete Einwohner mit abbrannten." Darunter steht eine Liste der Todesopfer.

Dass solche Katastrophen in der Vergangenheit fortan auch selbiger angehörten, sei eben nicht zuletzt ein Verdienst der formierten und zunehmend spezialisierten Feuerwehren. "Darum können die heutigen Mitglieder mit Stolz 80 Jahre zurück blicken und den damaligen Gründern danken ", findet Wieland Schröder aufmunternde Worte für die Ortsfeuerwehr. "Und ich bin sicher, dass sich die Mitglieder weiterhin allzeit bereit für die Sicherheit vor Ort, für den Schutz von Gut und Leben einsetzen."