Hötensleben l Das zugezogene Künstlertrio Rimma Chibaeva, Yuri Solovei und Serge Musat lässt seiner Ankündigung Taten folgen, will sich mit seiner Kunstfertigkeit für Hötensleben einbringen. In der vorigen Woche wurde bei einem Treffen mit Gemeindevertretern die Arbeitsgruppe Kunst und Kultur ins Leben gerufen. Mit dabei im "Alten Brauhaus" war auch Kulturausschussvorsitzender René Müller. Er zeigte sich sehr angetan von den eingebrachten Gedanken: "Es ging zunächst darum auszuloten, was in Hötensleben möglich ist - eine Art Brainstorming, bei dem viele Ideen auf den Tisch kamen und diverse Projekte auch schon recht konkret skizziert wurden. Ein vielversprechender Anfang ist damit gemacht, nun sollten sich weitere Interessierte mit Rat und Tat in diesen Arbeitskreis einbringen. Uns ist jeder willkommen."

Einen interessanten Ansatz habe die studierte Theaterpädagogin Rimma Chibaeva geliefert. Ihre Anregungen gingen in Richtung szenischer Darstellungsformen in Verbindung mit der Ortshistorie. So habe man die Aufführung eines Stücks über hoffnungslose Liebe am Grenzdenkmal ebenso ins Auge gefasst wie eine Ortswanderung zu historischen Stätten der Gemeinde, an denen dann kurze Szenen gespielt werden, um Geschichte lebendig zu erzählen. In diesem Zusammenhang möchte Chibaeva eine Theatergruppe gründen, "nach Möglichkeit auch unter Einbindung der Schule". Mehr zu diesen Plänen wird bei einer öffentlichen Gesprächsrunde am 20. März ausgeführt: "Dazu heißen wir alle Interessierten willkommen, egal wo ihr Wohnsitz ist. Wir treffen uns um 18 Uhr im ehemaligen Rathaus", kündigt René Müller an.

Eine weitere Theateridee befasst sich mit dem Drama "Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin" von Heinrich von Kleist. "Wir prüfen, ob es möglich ist, das Stück über den Prinzen umzusetzen. Ihm verdanken wir zum Beispiel die barocke Pracht in der evangelischen Kirche", so Müller.

Ähnlicher, jedoch handfesterer Natur sind die Vorschläge der Bildhauer und Maler Serge Musat und Yuri Solovei. Sie drehen sich darum, Skulpturen zu erschaffen, welche die Geschichte des Ortes tragen und erzählen. Als Beispiel: ein Schmied beim Beschlagen eines Pferds vor einer ehemaligen Schmiede. "Es bieten sich da viele Motive in Hötensleben, an, die durch die Bergbaugeschichte und die Industrialisierung des Ortes gegeben sind", meint Müller. Schwer beeindruckt zeigte er sich ob der Tatsache, dass Serge Musat sich bereits intensiv in einige Abschnitte der Dorfgeschichte eingearbeitet hat: "Serge hat uns drei wunderbare Skulptur-Entwürfe zu der Sage um Hans von Bartensleben vorgelegt. Eigens dafür hat er sich Literatur besorgt, bei der Kleidung und Ausstattung der damaligen Zeit beschrieben werden."

Möglichkeiten finden, wie sich sämtliche Ideen nun fortentwickeln und zumindest in Teilen realisieren lassen, das sei Aufgabe und Anspruch des Arbeitskreises. Dieser soll allerdings "locker und zwanglos geführt" werden, erklärt Müller. "Über einen Vorsitzenden oder die Gründung eines Vereins haben wir dabei noch nicht nachgedacht."

Gesprächsrunde Theaterprojekt: Donnerstag, 20. März, 18Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Hötensleben