Nach drei Jahren geht das Bürgerarbeitsprojekt im Peseckendorfer Schlosspark zu Ende. Viel Lob ernteten die 20 Männer und Frauen, die im Park eingesetzt waren. Bei Wind und Wetter haben sie mit Engagement das Projekt umgesetzt.

Peseckendorf l Noch gut erinnert sich Sylvia Frehde vom Peseckendorfer Heimatverein und Angestellte der Oschersleber Stadtverwaltung an den Februar 2011. Manfred Nörthen von der Kommunalen Sanierungsgesellschaft (KSG) war in die Stadtverwaltung gekommen und machte auf die Möglichkeit der Bürgerarbeit aufmerksam. Hat die Stadt ein Projekt, das umgesetzt werden könnte? Der Peseckendorfer Schlosspark wurde ins Spiel gebracht. Zur Grundlage für das Projekt wurde die Diplomarbeit zweier Studenten der Bernburger Fachhochschule, die sich sehr intensiv mit der Sanierung und Umgestaltung des Parks nach historischem Vorbild beschäftigt hatten. Und als auch noch der Stadtrat grünes Licht gab, konnte das Projekt Bürgerarbeit im April 2011 starten.

Gut drei Jahre später, am vergangenen Dienstag, gab es im Peseckendorfer Kulturhaus allen Grund zum Feiern. Das Projekt Bürgerarbeit "Sanierung des Peseckendorfer Schlossparks" wurde offiziell abgeschlossen. Viele Worte des Dankes und des Lobes richtete Sylvia Frehde im Namen des Heimatvereins, der die Sanierung maßgeblich vorangetrieben und auch unterstützt hat, an die Planer, an den Denkmalschutz, an das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF), an Oscherslebens Stadtväter und natürlich in erster Linie an die 20 Männer und Frauen, die als Bürgerarbeiter bei Wind und Wetter eine zum Teil schwere körperliche Arbeit verrichtet haben.

"Ich habe von Holunderbüschen geträumt", meinte einer der Männer und erinnert damit an die Anfangsphase, als sich der Park stark verbuscht und mit dichtem Unterholz präsentierte. Die Wurzeln von Büschen, wilden Bäumen und Sträuchern wurden mit der Hand ausgegraben. Und trotz der schweren Arbeit sagen beispielsweise Mandy Wernecke oder Hardy Weitlich: "Es hat Spaß gemacht, wir hätten gern auch weitergemacht."

"Das Ensemble funktioniert nur in der Gesamtheit, und auch das Schloss muss zum Leben erweckt werden."

Bürgermeister Dieter Klenke

Beim Rundgang durch den Park zeigt sich dieser heute im völlig neuen Gewand und kommt dem einstigen historischen Vorbild mit neuen Wegen und Sichtachsen sehr nahe. Doch es wurde nicht nur ausgeholzt. Insgesamt 400 Gehölze, Sträucher, Laub- und Nadelbäume im Wert von 6000 Euro wurden neu gepflanzt. Zudem wurden 3500 Frühblüher in die Erde gebracht. In dieser Hinsicht leistete auch der Heimatverein mit über 2000 Euro einen finanziellen Beitrag.

Im Jahr 2012 wurde ein weiteres wichtiges Vorhaben mit Hilfe von Fördermitteln vom ALFF und der Stadt im Park umgesetzt. Die Teiche, ein Angelgewässer der DAV-Ortsgruppe Groß Germersleben, wurden entschlammt sowie neue Wehre und Schlammfänge eingebaut. Hier beliefen sich die Kosten auf 86000 Euro, wobei die Maßnahme mit 75 Prozent gefördert wurde.

Für den Wegebau wurden 577 Tonnen Schüttgüter im Wesentlichen mit der Schubkarre auf den Wegen des Parks verteilt.

Echte Schmuckstücke sind die vier neuen Brücken, die nach historischem Vorbild geschaffen und im Dezember 2013 eingebaut wurden. Dafür brachte die Stadt 56000 Euro auf, hinzu kamen 38000 Euro Fördermittel.

Die Sanierung des Peseckendorfer Schlossparks als Projekt der Bürgerarbeit ist eine echte Erfolgsgeschichte, doch Bürgermeister Dieter Klenke machte auf einen Wermutstropfen aufmerksam: Zum Schlosspark gehöre nun mal das Schloss. "Das Ensemble funktioniert nur in der Gesamtheit, und auch das Schloss muss zum Leben erweckt werden", betonte das Stadtoberhaupt. Mit den Worten zielt Klenke auf die Tatsache ab, dass es dem Paritätische Wohlfahrtsverband noch immer nicht gelungen sei, einen Käufer für das Schloss zu finden.

Mit der Sanierung des Pe-seckendorfer Schlossparks ist ein echtes Kleinod entstanden, das der weiteren Pflege bedarf, soll das Geschaffene erhalten bleiben. Der Heimatverein des Ortes, allen voran Vorsitzender Mario Engelmann, hat sich darüber schon viele Gedanken gemacht. Beispielweise könnte zu sogenannten Parkseminaren eingeladen werden.

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