Gunsleben l Als Schatz bezeichnet Organist Werner Jankows- ki die Orgel in der Gunsleber Dorfkirche. Matthias Hartmann aus Magdeburg hat sie 1700 ursprünglich für die Neindorfer Schlosskirche gebaut. 1778 wurde das königliche Instrument umgesetzt und erklingt seitdem in der Gunsleber Kirche. Doch der Zahn der Zeit nagte auch an ihr, Sanierungen in regelmäßigen Abständen waren unumgänglich. Die letzte Sanierung liegt allerdings auch schon wieder Jahrzehnte zurück, sie war 1938.

"Eine erneute Sanierung wäre dringend notwendig, aber zuerst muss an der Kirche etwas gemacht werden", so Werner Jankowski. Um die Kirche trotzdem zu beleben und auch das "wegen des Alters und der Konstruktion interessante Instrument" vorzustellen, hat er im vergangenen Jahr begonnen, sogenannte Orgelliedandachten zu veranstalten. "Die Gunsleber sollen merken, was für einen Schatz sie dort haben", erklärte er weiter.

Da die Resonanz bei den Veranstaltungen zufriedenstellend war, soll die Reihe der Orgelliedandachten in diesem Jahr fortgesetzt werden. Die Termine hat Jankowski schon fest in seinen Terminkalender eingetaktet. Insgesamt sind in diesem Jahr ebenso wie im Vorjahr fünf derartige Veranstaltungen geplant. Zu der ersten wird am Freitag, 25. April, um 18 Uhr in die Gunsleber Kirche eingeladen. Weitere Orgelliedandachten folgen am 20.Juni, 26. September, 17. Oktober und am 28. November.

Der Organist, der zugleich Orgelsachverständiger im Kirchenkreis Egeln ist, hofft, dass er mit seinem Angebot nicht nur die Gunsleber anlocken kann, sondern vielleicht so wie im vergangenen Jahr auch Interessenten aus den umliegenden Dörfern. "Ich möchte die Orgelkunst und Orgelkultur bei den Leuten beliebt machen", sagte Werner Jankowski, der eine der Orgelliedandachten auch gern mit einer Orgelführung verbinden möchte.

Außerdem soll, so kündigt er an, das Instrument während des Gunsleber Dorffestes am 12. Juli in den Fokus gerückt werden.