Einige Frauen in Großalsleben haben sich auch in diesem Jahr einer der größten ökumenischen Bewegungen in der Welt angeschlossen. Mit Liebe zum Detail nahmen sie bei der Veranstaltung zum Weltgebetstag ihre Gäste mit auf eine Reise ins ferne Ägypten.

Großalsleben l Mitglieder des Kirchspiels Großalsleben und ihre Gäste waren am Freitagabend in Gedanken bei den Frauen in Ägypten. Denn diese hatten, trotz einer prekären Lage in ihrem Land in diesem Jahr den Weltgebetstag vorbereitet. "Der Weltgebetstag wird immer am ersten Freitag im März und mittlerweile in über 170 Ländern der Erde begangen", erklärte Gisela Lachmund von der evangelischen Kirchengemeinde Großalsleben in ihrer kurzen Einführung zu einer der größten ökume- nischen Bewegungen überhaupt. Alljährlich stehe ein anderes Land im Mittelpunkt.

Vorbereitungen beginnen schon mehrere Monate vorher

Die Frauen aus Großalsleben und Umgebung - zum Kirchspiel gehören außer Großals- leben auch Alikendorf, Kleinalsleben und Krottorf - schließen sich bereits seit vielen Jahren der Bewegung an und investieren viel Zeit in die Vorbereitung ihrer Veranstaltung anlässlich des Weltgebetstages. "Wir sind schon seit einem Vierteljahr an der Vorbereitung dran, die heiße Phase läuft seit 14 Tagen", sagte Gisela Lachmund noch bevor die Gäste in das evangelische Gemeindehaus in Großalsleben strömten.

Hinter dem "Wir" verbargen sich vor allem Ursula Nikisch, Gabriele Osterburg, Silke Schonski, Heidrun Rosenberg, Andrea Lessart und Gisela Lachmund. Der Gottesdienst, dessen Texte und Lieder sich an der internationalen Vorlage orientierten, war offen für alle. "Wir feiern den Weltgebetstag in der Ökumene, da wir auch mit unseren katho- lischen Nachbarn ohnehin ein gutes Miteinander pflegen", erklärte Gabriele Osterburg.

Sie war es auch, die ihre persönlichen Erfahrungen, die sie in Ägypten gemacht hatte, in den Abend mit einfließen ließ und so dem Großalsleber Weltgebetstag eine ganz eigene Note verlieh. "Ich fand das Land schon seit meiner Schulzeit faszinierend", kündigte sie zu Beginn ihres Diavortrages an. Doch erst als sie vor Ort weilte, konnte sie das ganze Gegensätzliche zwischen alter Kultur und der Moderne, die auf engstem Raum nebeneinander existieren, begreifen. Nicht ausgeschlossen sei zum Beispiel, dass eine Harley Davidson einen uralten Eselkarren mit Holzrädern überholt. "Es ist 5000 Jahre lebendige Geschichte zu Anfassen", fasste sie zusammen und verwies auf die Bedeutung des Tourismus für die Menschen, die dort leben. Während sie ein Bild von Luxushotelschiffen auf dem Nil zeigte, sprach sie davon, dass zehn Euro Trinkgeld, das vielleicht ein Tourist zahlt, einem Monatsverdienst manch einer Familie entspricht. Aber die Schere zwischen Arm und Reich sei sehr groß.

Derzeit warnt das Auswärtige Amt, wie Gisela Lachmund sagte, vor Reisen nach Ägypten. Auch im vergangenen Jahr haben Hunderttausende auf dem Tahrir-Platz in Kairo protestiert unter anderem gegen Menschenrechtsverletzungen und für mehr Demokratie und Gerechtigkeit vor allem für die Frauen. "Den Frauen dort geht es nicht gut, da herrschen chaotische Zustände", fügte sie hinzu und erklärte, dass die Menschen in Großalsleben die ägyptischen Frauen mit in ihre Gebete einbeziehen wollten.

Dass das Land eine sehr schmackhafte Küche zu bieten hat, bewies die Vorbereitungsgruppe im Anschluss beim gemeinsamen Essen. Schon am Vormittag hatten sie viele Leckereien nach Original-Rezepten vorbereitet. So sorgten eine Rote Linsensuppe, der Gurkensalat mit selbstgebackenen Brötchen, der Ägyptische Fleischtopf mit viel Gemüse sowie die Obstspieße für ein Geschmackserlebnis der besonderen Art.

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