Der Bau eines neuen TAV-Betriebshofes in der Magdeburger Straße soll in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Probleme hatten den Weiterbau verzögert, von denen jedoch noch nicht alle geklärt sind.

Oschersleben l In den nächsten Tagen rollen wieder Baufahrzeuge auf das Gelände des Trink- und Abwasserverbandes Börde (TAV) in Oschersleben. An der großen Baugrube in der Magdeburger Straße 35 soll es nun laut TAV-Geschäftsführerin Vinny Zielske weitergehen.

Im Juli war mit den Arbeiten begonnen worden

Im Juli vergangenen Jahres ist dort mit den Arbeiten für einen neuen TAV-Betriebshof begonnen worden. Und zwar wurden zunächst die alten Gebäude, die dort gestanden hatten, abgerissen. Es folgten Erdarbeiten. Später soll auf den freien Flächen ein Betriebshof unter anderem mit Prüfstelle, Rohrlager, kleiner Werkstatt und Sozialbereich mit Umkleideräumen sowie Duschkabinen entstehen. Auch Werkstatthallen sollen nach Vorstellung der Initiatoren gebaut werden.

"Jetzt kann die Baufirma die Vorbereitungsarbeiten fortsetzen", sagt Vinny Zielske erleichtert. Denn unabhängig von der Witterung hatte sich der Weiterbau vor allem wegen des vorgefundenen schadstoffbelasteten Bodens verzögert. "Uns war schon bewusst, dass wir damit zu rechnen haben, allerdings nicht in diesem Ausmaß", sagt Zielske weiter.

Auf dem ehemaligen Stadtwerksgelände hatten einst zwei Gasbehälter gestanden. Die Bodenwerte an der Stelle, wo ursprünglich einer der beiden Behälter stand, seien "sehr schlimm" gewesen. Dort, wo der zweite Behälter gestanden hatte, ist der Boden noch unberührt. "Auch hier könnte es noch zu Überraschungen kommen", so die TAV-Geschäftsführerin.

Für die Beseitigung des kontaminierten Bodens konnte nach Aussagen von Vinny Zielske erst im November ein Antrag auf rund 200000 Euro Fördermittel gestellt werden. Die Kosten für die Beseitigung der belasteten Erde werde jedoch voraussichtlich um einiges höher sein. "Der Boden muss so lange abgetragen und fachgerecht entsorgt werden, bis per Analyse aus dem Labor bestätigt wird, dass die Erde wieder sauber ist", erklärt Vinny Zielske. An einer Stelle sei sogar bis zu 4,50 Meter tief gegraben worden, bis der Boden den normalen Werten wieder entsprach.

Die seit drei Jahren geplante Zufahrt bereitet Probleme

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Wie die Volksstimme bereits am 17. Januar berichtete, hatte die Deutsche Bahn in ihrem Planfeststellungsverfahren bezüglich des Tunnelbaues an der Bahnschranke die TAV-Zufahrt nicht berücksichtigt. Nun soll ein Anwalt sich um den Fall kümmern, damit die Zufahrt auch verwaltungstechnisch bestätigt wird.

"Die Zufahrt befindet sich genau dort, wo sich der Boden bereits fünf Zentimeter nach unten neigt und natürlich dann noch weiter schräg abfällt. Sollte nun unsere Zufahrt nicht genehmigt werden, haben wir große Probleme. Angefangen bei der Umgestaltung des bereits begonnenen Bauvorhabens bis hin zum Umplanen des Betriebsablaufs", erklärt die Geschäftsführerin. Denn seit drei Jahren sei das TAV-Bauvorhaben geplant und dementsprechend seien auch die Hochbauten genehmigt worden. Somit sei die Lage der Ausfahrt vorgegeben, um einen reibungslosen betrieblichen Ablauf gewährleisten zu können. Auch die Deutsche Bahn soll bereits von Anfang an von dem Vorhaben gewusst haben.

Das Problem an der Sache ist laut Vinny Zielske, dass hierbei drei Parteien neben dem TAV ins Spiel kommen: Das Straßenbauamt, das für die Bundesstraße 246 zuständig ist, das aber auf die Bahn verweist, weil der Tunnelbau in deren Aufgabenbereich fallen würde. "Das interessiert aber die Bahn nicht, denn die sagt, dass sie die Zufahrt nicht genehmigen muss, da sie ja nur den Tunnel baut", sagt Zielske.

Auch die Stadt komme für die Genehmigung in Betracht

Auch die Stadt Oschersleben würde für die Frage einer Genehmigung in Betracht kommen. "Sollte es möglich sein, dass die Bordsteinkante an dieser Stelle abgesenkt werden kann, wäre wiederum die Stadt dafür zuständig. Allerdings hat uns da der Anwalt nach einer ersten Betrachtung der Situation nicht viel Hoffnung gemacht", erklärt die TAV-Chefin weiter. So müsse mit Hilfe des Anwaltes rechtlich geklärt werden, wer die Genehmigung der Zufahrt geben kann und auch darf.

TAV-Chefin hofft, dass ein Teil in diesem Jahr fertig wird

Vinny Zielske hofft, dass das Bauvorhaben zumindest teilweise in diesem Jahr erledigt wird. "Einen geringen Teil unseres Grundstückes an der Anderslebener Straße will die Bahn von uns kaufen, weil die Straße ansonsten zu schmal wird", sagt Vinny Zielske. Auch sei der TAV von der Deutschen Bahn darum gebeten worden, dass an der Ecke Magdeburger Straße/Anderslebener Straße die Baufahrzeuge abgestellt werden dürfen, wenn der Tunnel gebaut wird. "Somit können wir voraussichtlich das ganz links geplante Gebäude nicht bauen. Allerdings wäre das nicht so dramatisch wie das Verlegen der Zufahrt", erklärt die TAV-Chefin und hofft, dass bald die Zuständigkeiten restlost geklärt sind und der Wasserverband die Zufahrt an vereinbarter Stelle genehmigt bekommt.

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