Die Bauwesen-Studentin Kathrin Schmidt wird in den nächsten Monaten ihre Masterarbeit über den geplanten Neubau eines Wirtschaftsgebäudes im Oschersleber Wiesenpark schreiben. Damit könnte die Stadt die Planung für das 2015 vorgesehene Projekt sehr preiswert zugearbeitet bekommen.

Oschersleben l Die Pfauen und Fasane haben seit wenigen Jahren eine neue Voliere und die Ponys sind in einem modernen Stall untergebracht. Die Stachenschweine leben seit einigen Jahren in einer vernünftigen Unterkunft und die Waschbären tummeln sich in einem hübschen neu angelegten Freigehege. Jüngst haben auch die Tauben ein neues Zuhause, sprich einen neuen Turm bekommen. Überdies haben sicherlich auch die anderen Tiere keinen Grund zur Klage.

Doch den Mitarbeitern des Tiergeheges im Oschersleber Wiesenpark steht wie gehabt lediglich das Wirtschaftsgebäude zur Verfügung, das in den 70er Jahren in "Feierabendtätigkeit" gebaut worden ist. Und genau so sieht dieses Gebäude inzwischen auch aus. Innen wie außen. Alles ist ziemlich heruntergekommen und mitunter recht wackelig. Vor vier Jahren war bereits ein Vordach, unter dem das Tierfutter gelagert wurde, eingestürzt. Und dort, wo sich die Mitarbeiter aufhalten, wenn sie mal nicht in den Gehegen unterwegs sind, sieht es nicht besser aus.

Wobei es in erster Linie nicht um moderne Aufenthalts- oder Pausenräume für die Mitarbeiter des Tiergeheges geht, wenn von einem neuen Wirtschaftsgebäude die Rede ist, sondern vor allem um Funktionsräume. Also um ein Wirtschaftsgebäude, in dem beispielsweise das Futter für die mehr als 300 Tiere vernünftig gelagert wird und in dem die Tiergehege-Mitarbeiter die Möglichkeit haben, unter vernünftigen Bedingungen dieses Futter für die Fütterung vorzubereiten und zu verarbeiten.

214000 Euro stehen in der Finanzplanung für 2015

Und genau für solch ein modernes und funktionelles Wirtschaftsgebäude hat der Stadtrat in seiner Finanzplanung für das nächste Jahr 214000 Euro vorgesehen. Wobei die Sache dank Wiesenpark-Förderverein möglicherweise um einiges preiswerter wird. Denn zum einen will der Förderverein seine Kontakte zu örtlichen Firmen nutzen, um die eine oder andere Arbeit als Spende oder als günstiges Angebot erledigt zu bekommen, wie Vereinsvorsitzender René Herbert sagt.

Und zum anderen sieht es so aus, als ob die Stadt kaum etwas für die Planung dieses Projekts ausgeben muss. Denn die Bauwesen-Studentin Kathrin Schmidt von der Hochschule Magdeburg-Stendal hat vor, ihre Master-Arbeit über das Projekt Wirtschaftsgebäude zu schreiben.

Vermittelt hat das Ganze Thomas Harborth, der nicht nur Geschäftsführer der Oschersleber Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos ist, sondern der auch einen Lehrauftrag an der Hochschule Magdeburg-Stendal hat. "Die Bewos ist als Unternehmen Mitglied im Wiesenpark-Förderverein. Und so hat es nahegelegen, auch den Bau eines neuen Wirtschaftsgebäudes zu unterstützen", so Thomas Harborth während der ersten Wiesenpark-Visite der Studentin Kathrin Schmidt, die von ihm für diese Aufgabe gewonnen worden ist.

"Das ist ein interessantes und sehr konkretes Thema"

"Das ist ein sehr interessantes und vor allem ein sehr konkretes Thema für meine Masterarbeit", sagt Kathrin Schmidt bei ihrem ersten Besuch im Oschersleber Wiesenpark, bei dem neben Thomas Harborth auch Baubetriebsamtsleiter Steffen Czerwienski, dessen für den Wiesenpark zuständige Mitarbeiterin Sylvia Frehde und Gehege-Leiter Björn Löffler anwesend sind.

"Ich werde von April bis Ende August meine Masterarbeit schreiben und in dieser Zeit oft hier in Oschersleben sein", so die Bauwesen-Studentin, die sich auf diese Aufgabe sehr freut, wie sie sagt. Und wie sich auch alle anderen Beteiligen über diese Unterstützung freuen, wie sie während des Ortstermins betonen.

Bilder