Tierisches gab es gestern auf dem Domersleber Schulhof zu entdecken. 19 angehende Waldpädagogen aus ganz Sachsen-Anhalt, die in Hundisburg im Haus des Waldes ausgebildet werden, schauten mit dem Waldmobil bei den Grundschülern vorbei, um ihnen Fuchs, Waldkauz oder Grasfrosch näher zu bringen.

Domersleben l Die Wintermonate sind für das Team vom Haus des Waldes eigentlich die Zeit für "Hausbesuche". Doch bereits gestern zog das frühlingshafte Wetter die Frischluftfreunde raus auf den Schulhof. 19 angehende Waldpädagogen, die ihre weiterführende Ausbildung derzeit im Hundisburger Schloss absolvieren, erklärten den Domersleber Grundschülern die heimische Tier- und Pflanzenwelt. "Aber auch die direkt vor Ort. So haben wir beispielsweise Dohlen, die merklich seltener geworden sind, schon hoch oben am Domersleber Kirchturm gesichtet", berichtet Stefan Heinzel, Leiter vom Haus des Waldes, während ein Roter Milan beim Flug über den Schulhof auf sich aufmerksam macht. Natur pur. Im Gepäck hatten Stefan Heinzels 19 "Azubis" gestern auch viele Präparate, Früchte, Düfte und so manches Rätsel aus dem Wald. Die Kinder lernten an mehreren Stationen auf interessante, spielerische und unterhaltsame Weise das Ökosystem Wald kennen.

In kleinen Gruppen entdeckten die Erst- bis Viertklässler die Lebensweise verschiedener Tiere. Dazu gehörte das Eichhörnchen genauso wie der Fuchs, der Grasfrosch oder der Waldkauz. "Die Kinder sehen die Tiere als Präparate, müssen ihnen das richtige Futter suchen, sie pantomimisch darstellen oder ihre Geräusche nachmachen", erklärt Heinzel. Transportiert wird alles mit dem Waldmobil, mit dem die Waldpädagogen normalerweise als Trio in den Kitas und Grundschulen unterwegs sind: im Landkreis Börde sowie im gesamten Land Sachsen-Anhalt. In diesem Jahr sollen im Haus des Waldes zweizügig 38 Waldpädagogen auf die Abschlussprüfung vorbereitet werden.

Durch den Einsatz von riesigen Tierpuzzlen, Fühl- und Geräuscheboxen sowie Spielen ist der Stationsbetrieb kindgerecht und abwechslungsreich gestaltet. Die Waldpädagogen in spe legten dabei Wert auf Teamgeist. Sie selbst müssen, um ihre Prüfung im Herbst zum zertifizierten Waldpädagogen erfolgreich ablegen zu können, neben 22 Lehrgangstagen, die sich über ein dreiviertel Jahr erstrecken, auch 40 Stunden in der Praxis nachweisen. "Die Teilnehmer, die zwischen 19 und 58 Jahre alt sind, kommen aus ganz Sachsen-Anhalt. Die eine Hälfte kommt aus dem Landeszentrum Wald, einem landeseigenen Betrieb. Die andere Hälfte des Teams kommt aus dem pädagogischen Bereich, wie beispielsweise einem Waldkindergarten", erklärt der 46-Jährige, der von Haus aus Förster ist und aus Erfahrung weiß, dass in der dunklen Jahreszeit nur wenige Schulklassen den direkten Weg in den Wald finden. "Der Besuch des Waldmobils ist daher eine Alternative, um das Thema Wald an den Schulen interessant und abwechslungsreich im Unterricht zu behandeln."

Das Haus des Waldes auf Schloss Hundisburg zählt alljährlich knapp 15000 Besucher. "Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 700 Führungen mit insgesamt rund 11000 Schülern registriert. Knapp 75 Prozent aller Gäste entscheiden sich für eine Führung", weiß Stefan Heinzel, der die Einrichtung seit 2002 leitet, zu berichten. Anmeldungen nimmt das Haus des Waldes an unter (03904) 668757.

 

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