Die Dokumentation "Bagger greifen ein - ein friedlich gelöstes Grenzproblem" des Harbker Hobbyforschers Reiner Orlowski liegt nun auch in einer gedruckten Auflage vor und kann käuflich erworben werden. Orlowski hatte für die Abhandlung im Januar einen Historikerpreis erhalten.

Harbke l Der Osten nannte es Grenzkohlepfeiler, der Westen Grenzpfeilerkohle. So oder so, es ging um 15 Millionen Tonnen Braunkohle, die das Flöz rund um Harbke und Helmstedt beherbergte. Dessen Abbau sich nach dem Zweiten Weltkrieg und der daraus resultierenden deutschen Staatentrennung jedoch als langwierige und hindernisreiche (Polit)Geschichte erweisen sollte. Reiner Orlowski (72), diplomierter Bergbauingenieur und involvierter Zeitzeuge, hat die Ereignisse, Episoden und Etappen des gut vier Jahrzehnte währenden Grenzproblems akribisch aufgearbeitet und in einer umfassenden Dokumentation dargelegt.

Die entscheidenden Phasen vom Vertragsabschluss beider Seiten bis hin zum grenzübergreifenden Abbau des Kohlevorkommens spielten sich in den 1970er und 1980er Jahren ab. Auf diesen Zeitraum konzentriert sich Orlowskis Forschungsarbeit. Neben umfangreich zusammengetragenen Aufzeichnungsmaterial konnte er dabei aus den eigenen Erfahrungen und Erinnerungen schöpfen, arbeitete er doch zu jener Zeit im Harbker Braunkohlewerk, zuletzt als Betriebsdirektor.

Das im vorigen Jahr vollendete Dossier unter dem Titel "Bagger greifen ein" basiert auf einer simplen Betrachtung des Autors: "Diese Aufzeichnung will dokumentieren, dass es bei gutem Willen trotzdem gelingt, über künstlich errichtete, große Barrieren kleine Brücken zu bauen, wenn man nicht voreingenommen, aber mit Sachkenntnis und gegenseitigem Respekt sowie Vertrauen eine gemeinsame Lösung anstrebt." Mit diesem Begleitwort hatte Orlowski seine 100-seitige Abhandlung zum Wettbewerb um den mitteldeutschen Historikerpreis "Ur-Krostitzer Jahresring" eingereicht und zählte zu den Preisträgern, die im Januar in Leipzig ausgezeichnet worden waren. Es handele sich um eine eindrucksvolle Recherche- arbeit mit detaillierten und teils erstaunlichen Beschreibungen konkreter Vorgänge zwischen Ost und West, hieß es in der Laudatio.

"Nun habe ich habe diese Dokumentation drucken lassen, um sie auch einer breiteren Masse in der Öffentlichkeit zugänglich zu machen", so Reiner Orlowski.

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