Bürgermeister Dieter Klenke wird nach den Kommunalwahlen am 25. Mai noch etwa ein Jahr mit dem neuen Stadtrat zusammenarbeiten. Dann endet seine Amtszeit und er verlässt nach 25 Jahren das Rathaus. Bis dahin hofft Klenke auf eine gute Zusammenarbeit mit den derzeitigen und dann mit den neuen Ratsmitgliedern.

Oschersleben l Eigentlich möchte Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke ja dem jetzigen Stadtrat eine gute und konstruktive Arbeit und Zusammenarbeit bescheinigen, die Oschersleben weiterentwickelt hat. Beispielsweise was die Stadtsanierung betreffe, sei in den zurückliegenden fünf Jahren nicht zuletzt aufgrund der Ratsentscheidungen unter anderem im Alten Dorf und auch in anderen Bereichen der Stadt "sehr viel" erreicht worden, wie Klenke sagt und sich dafür bei allen Ratsmitgliedern bedankt.

Doch möchte Klenke Lob und Dank nicht uneingeschränkt gelten lassen. Denn dem Stadtoberhaupt liegt die jüngste Entscheidung des Stadtrates in Sachen Kombi-Bad noch schwer im Magen. Was Klenke nicht verbergen kann und auch nicht verbergen möchte, als er nach seinem Verhältnis zum derzeitigen Stadtrat befragt wird. Denn diese Entscheidung für den Standort des bisherigen Freibadgeländes in der Breitscheidstraße gefällt dem parteilosen Bürgermeister nun wirklich nicht.

Vor allem nicht, weil die Stadt seit 1992 nach einer finanzierbaren Alternative für das bisherige Freibad in der Breitscheidstraße und die Volksschwimmhalle im Peseckendorfer Weg suche, für deren Betrieb die Stadt inzwischen jährlich 800000 Euro ausgeben würde. Und für die nun solch eine Alternative eigentlich gefunden worden sei, weil der Bau einen Kombibades auf dem alten Bahnhofsgelände vom Land so gefördert worden wäre, so dass sich die Stadt dort diesen Neubau nach dem Stand der Dinge hätte gut leisten können.

Allerdings kritisiert Klenke nicht, dass besagte Entscheidung nicht zuletzt deshalb zustande gekommen war, weil es keine geschlossenen Fraktionsabstimmungen, geschweige denn einen Fraktionszwang gegeben habe. "Die gesamte Legislaturperiode über sind die Entscheidungen des Stadtrates zumeist unabhängig von parteipolitisch oder gar persönlich motivierten Überlegungen, sondern mit Blick auf das gefällt worden, was am besten für die Entwicklung der Stadt ist", wie der Bürgermeister sagt, der zudem daran erinnert, dass ein Ratsmitglied ohnehin lediglich seinem Wissen und Gewissen gegenüber verpflichtet sei.

"Zu guter Letzt trifft der Stadtrat die Entscheidungen, die Verwaltung liefert nur die Zuarbeiten."

Allerdings würde sich Dieter Klenke freuen, wenn sich die Ratsmitglieder manchmal etwas intensiver mit den Fakten über die zu treffenden Entscheidungen beschäftigen würden. "Denn zu guter Letzt trifft der Stadtrat die Entscheidungen, die Verwaltung liefert nur die Zuarbeiten", so Klenke. Der sich zudem wünscht, dass sich der neue Stadtrat nach der Wahl und Konstituierung nicht so lange bei den Formalitäten aufhält, wie es der derzeitige Stadtrat vor fünf Jahren getan hat, sondern schnell mit der Arbeit beginnt. Klenke meint damit vor allem die vor fünf Jahren monatelang geführte Diskussion über die Besetzung der Posten der Ausschussvorsitzenden. "Dass der Bürgermeister den Vorsitz einiger Ausschüsse von Amts wegen übernimmt, hat vor allem finanzielle Vorteile. Denn ich bekomme dafür im Gegensatz zu anderen Mitgliedern des Stadtrates keine zusätzliche Vergütung", so Dieter Klenke, dessen Amtszeit am 30. Juni nächsten Jahres endet und der dann nach 25 Jahren das Rathaus verlassen wird.