Dem Müll anderer hinterherzuräumen ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Erst recht nicht, wenn es sich um illegale Hinterlassenschaften "fernab vom Schuss" handelt. Wohlwollende Helfer haben sich in Hötensleben und Ummendof am Wochenende trotzdem der Arbeit angenommen.

Hötensleben/Ummendorf l Viele Hötensleber nutzen in diesen Frühlingstagen den alten Weg hinter den örtlichen Discountern gern für Spaziergänge in die erwachende Natur. Allerdings hat sich am Wegrand, im Unterholz und in den Gräben sehr zum Ärger der Ausflügler in letzter Zeit wieder viel Unrat angesammelt. Da "sich ärgern" allein an der Lage aber nichts ändert, haben die Familien Nowak und Weihe am Sonntagnachmittag tatkräftig angepackt. Statt gemütlich bei Kaffee und Kuchen zu sitzen, wollten die sechs etwas für die Umwelt unternehmen.

Mit Eimern und Handschuhen ausgerüstet, rückten sie den umherliegenden Müll zu Leibe. Blumentöpfe, Weckgläser, ganze Beutel mit benutzter Katzenstreu bis hin zu einem Teppich - all dies förderten sie bei ihrer Aufräumaktion zutage. Birgit und Gerald Nowak sowie Melanie und Steffen Weihe mit den Kindern Helena und Birk hatten dabei alle Hände voll zu tun und schnell war klar: Der mitgebrachte Anhänger wird wohl kaum reichen, um alles abzutransportieren. "Wir konnten es einfach nicht mehr mit ansehen" waren sich die Familien einig. "Und vielleicht trägt unsere Aktion dazu bei, dass auch andere Zeitgenossen wieder achtsamer mit der Natur umgehen."

Bürgermeister Dieter Buchwald sprach der fleißigen Gruppe gegenüber der Volksstimme "ein großes Dankeschön" aus. Generell begrüße er solche Eigeninitiativen sehr: "Wir sind darauf angewiesen, denn für die Gemeinde ist das mit nur sechs Gemeindearbeitern in den vier Ortschaften nicht zu schaffen. Es wäre schön, wenn weitere Einwohner dem Beispiel folgen. Ein guter Anfang ist es aber auch schon, wenn man die Flächen vor dem eigenen Haus in Ordnung hält."

Auch in Ummendorf hatte sich am Wochenende eine emsige Putzkolonne in Position gebracht. Organisiert von der Jagdgenossenschaft und dem Ummendorfer Bürgerforum, ging es an mehreren Stellen in der Gemarkung rings ums Dorf auf Müllpirsch. "Leider", so Bürgermeister Reinhard Falke, "muss man ja sagen, alle Jahre wieder." Und auch diesmal hatten die Beteiligten alle Hände voll zu tun. Binnen drei Stunden kamen mehr als fünf Kubikmeter Müll zusammen - vom Hausmüll über Bauschutt bis zu ausgedienten Lkw-Reifen allerlei, was den Sammlern die Verwunderung in die Augen trieb. Falke dazu: "Es ist nicht zu verstehen, warum der Müll achtlos in die Landschaft geworfen wird, es kann doch fast alles kostenlos über die öffentliche Abfallbeseitigung entsorgt werden, ob Sperrmüll, Flaschen oder Kunststoff." Seinen Dank richtete er an die Helferschar, "die ihre Freizeit opferte, um anderen den Müll zu entsorgen."

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