Ein ungesichertes Wasserbecken an der alten Kompostierungsanlage am Etgerslebener Weg nahe Bottmersdorf bereitet Stadtrat Werner Ackermann derzeit Sorgen. Er fordert, dass der Eigentümer seiner Sicherungspflicht nachkommt und das Gelände neu einzäunt. Auch um Umweltfreveln, die hier offensichtlich bereits illegal Müll verbrannt haben, den Zutritt zu versperren.

Bottmersdorf l "Seit dem Volksstimme-Artikel in der Sonnabendausgabe über die Siedlung Zwölf Apostel ,Ordnungsamt reagiert sofort - Erste Sicherungsmaßnahmen am ehemaligen Löschteich erfolgt` mache ich mir ebenfalls um ein uneingezäuntes Wasserbecken Sorgen", sagt FDP-Stadtrat Werner Ackermann. Beim Gassigehen mit seinem Hund entlang des Etgerslebener Weges hätten bei ihm an jenem unzureichend gesicherten, künstlich angelegten Tümpel die Alarmglocken geschrillt. "Der Feldweg, der in Richtung Schwaneberg, Klein Germersleben und Etgersleben führt, ist bei Spaziergängern, Familien und Radfahrern sehr beliebt", erzählt er. "Der für dieses Jahr im Zuge des ländlichen Wegebaus angekündigte Betonplatten-Ausbau wird noch mehr Ausflügler anziehen. Deshalb bin ich der Meinung, dass der Eigentümer hier seiner Sicherungspflicht nachkommen und in einen neuen Zaun investieren sollte. Das Auffangbecken für Sickerwasser sollte nicht länger frei zugänglich sein, sondern neu umzäunt werden", fordert der Bottmersdorfer mit Blick auf die alten, heruntergetrampelten Zaunfelder.

Die Wasserstelle sei zudem nicht nur für Kinder eine potenzielle Gefahrenquelle, sondern eben auch für sämtliche Tiere, argumentiert Ackermann weiter. "Weil Bottmersdorf keine Hundeauslaufwiese hat, kommen hier beispielsweise auch viele Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern vorbei. Rutscht hier ein Hund ab, kommt er aufgrund der steilen Beckeneinfassung nicht mehr ohne Hilfe heraus."

Wer allerdings aktuell der rechtmäßige Eigentümer des ehemaligen, in den 80er Jahren errichteten LPG-Geländes sei, hätte er bislang nicht in Erfahrung bringen können. Seit der Wende hat es mehrfach den Besitzer gewechselt.

Bei der Anfahrt zum Vorort-Termin mit der Volksstimme Montagmittag fällt bereits aus der Ferne auf, dass vom Gelände schmale Rauchsäulen aufsteigen. Beim genauen Hinsehen fällt Werner Ackermann auf, dass knapp 20 illegal entsorgten Autoreifen, die er hier Ende vergangener Woche noch im Grünstreifen entdeckt hatte, verschwunden sind. Die kreisrunden Drähte, die in einem gängigen Autoreifen verarbeitet sind, macht Ackermann gestern in den qualmen Abfallhaufen aus. "Die Sicherung des Geländes kann nach dieser Kokelei wirklich nur im Sinne des Eigentümers sein. Denn dann könnte niemand mehr seinen Müll illegal auf dem befestigten Gelände abladen und einfach anzünden."

Landkreis sieht auch Stadtverwaltung in der Pflicht

Um die Frage nach der Sicherungspflicht zu klären, sagte gestern Wanzlebens Bürgermeisterin Petra Hort (Die Linke) auf Volksstimme-Nachfrage, dass die Stadt für diesen Bereich nicht zuständig sei. "Die Verkehrssicherungspflicht liegt hier beim Eigentümer. Die Stadt kann sich nicht alles auf den Tisch ziehen, nur damit überall Ordnung und Sicherheit herrscht. Für diesen Fall ist das Bauordnungsamt des Landkreises zuständig."

Dort sieht man das allerdings ein wenig differenzierter. "Denn in diesem geschilderten Fall sind mehrere Abteilungen gefragt, die verschiedene Aspekte beleuchten müssen - von der illegalen Müllentsorgung bis hin zu den Gegebenheiten rund um die frei zugängliche Wasserstelle. Da die Stadt zugleich auch eine Ordnungsbehörde ist, kann sie auch als solche eingreifen", stellt Birgit Schulze, Mitarbeiterin im Bauordnungsamt des Landkreises, klar. Sie hat zeitgleich eine Firma für Kompostverwertung als Eigentümer ausfindig machen konnte.

Birgit Schulze erklärte auch, sich mit der Verwaltung in Wanzleben in Verbindung setzen zu wollen. "Wir dann vor Ort prüfen, ob von dem Gelände tatsächlich eine Gefahr ausgeht", kündigte die Landkreismitarbeiterin gestern Nachmittag an.

 

Bilder