Dem französischen Widerstandskämpfer David Rousset ist die zweite Sonderausstellung des Jahres in der Gedenkstätte Deutsche Teilung gewidmet. Sie wird am Montag im "Raum der Stille" eröffnet und bleibt für zwei Monate in Marienborn.

Marienborn l Wie schon die seit Februar gezeigte Ausstellung über den Kalten Krieg aus polnischer Sicht trägt die neue Sonderschau internationalen Charakter, ausgehend vom Bezugspunkt Zweiter Weltkrieg und NS-Regime. "Ein Leben im Kampf für Freiheit und Menschenrechte" lautet der Untertitel, der den französischen Journalist und Politiker David Rousset (1912-1997) beschreibt.

Der studierte Philosoph und Literat wurde wegen seiner politischen Widerstandsarbeit im besetzten Frankreich im Oktober 1943 von der Gestapo verhaftet. Rousset saß in mehreren berüchtigten Nazi-Gefängnissen ein; er gelangte über die Konzentrationslager Buchenwald, Porta Westfalica, Neuengamme und Helmstedt-Beendorf nach Wöbbelin, wo er schließlich am 2. Mai 1945 von alliierten Truppen befreit wurde. Nach dem Krieg veröffentlichte Rousset zwei Standardwerke zum KZ-System des NS, er engagierte sich an der Seite von Jean-Paul Sartre für eine neue, freiheitlich ausgerichtete politische Bewegung und widmete sich in den folgenden Jahrzehnten investigativen Untersuchungen und Publikationen über Gefangenenlager weltweit. Als Rousset im Dezember 1997 starb, erschienen Nachrufe nicht nur in Frankreich, sondern auch in den USA, England und Deutschland.

"Bemerkenswert an der Ausstellung über ihn", kündigt Gedenkstättenleiter Sascha Möbius an, "sind mehrere Fotos von 1945 aus dem Archiv des United States Holocaust Memorial Museum: Rousset, der vor dem Krieg in Paris als Korrespondent für die US-Magazine "Life", "Time" und "Fortune" gearbeitet hatte, führt amerikanische Soldaten durch das Lager Wöbbelin und hilft bei der Evakuierung schwerkranker Häftlinge." Möbius wird zusammen mit Historiker Björn Kooger aus Beendorf in die Ausstellung einführen. Bis Ende Mai ist sie kostenlos im "Raum der Stille zu sehen.

Eröffnung: Montag, 31. März, 17 Uhr, Gedenkstätte Marienborn