Die Vertreter der Schulfördervereine und Unterstützer des Bündnisses "Grundschulen vor Ort" kündigen nach der "Laut am Landtag"-Aktion an, weiter für den Erhalt der kleinen Schulen kämpfen zu wollen. Als nächstes wollen sie vor dem Kreistag demonstrieren.

StadtWanzleben-Börde/Magdeburg l Die geplanten Schulschließungen in Sachsen-Anhalt sind in dieser Woche nicht nur im Landtag, sondern auch lautstark von Protestlern vor der Sitzungstür thematisiert worden. Rund 300 Eltern, Großeltern und Kinder aus der Börde, Mansfeld-Südharz, Bitterfeld, dem Salzlandkreis und der Altmark protestierten Donnerstagnachmittag vor der Johanniskirche gegen die von der Landesregierung angekündigten Schließungen von Landschulen. Die Demonstranten forderten einen Stopp des Sparwahnsinns.

Auf selbstgebastelten Plakaten hieß es mit Blick auf die am 25. Mai anstehenden Kommunalwahl unter anderem "Keine Stimme für Schulschließer".

Zu der Demo "Laut am Landtag" hatte das landesweit agierende Aktionsbündnis "Grundschulen vor Ort" um Initiator Walter Helbling aufgerufen.

Nach dem Willen von CDU und SPD sollen in Sachsen-Anhalt ab dem kommenden Schuljahr mindestens 23 von mehr als 500 Grundschulen geschlossen werden, weil sie die Mindestzahl an Schülern nicht mehr erreichen. "Mit weiteren Schließungen ist zu rechnen", ist sich Aktionsvertreter Walter Helbling sicher. Die Opposition hatte bei der Sitzung am Donnerstagnachmittag erreichen wollen, dass diese Pläne vorerst gestoppt werden. Die Partei Die Linke plädiert hingegen für eine Änderung des derzeitigen Schulentwicklungsplanes. Sie will sich dafür einsetzen, Grundschulen im ländlichen Raum zu erhalten. Sie hatte einen Antrag in den Landtag eingebracht, wonach die Planungen überarbeitet werden sollen. Dieser wurde mehrheitlich abgelehnt (58 Nein-Stimmen, 31 stimmten dafür, eine Enthaltung, 15 Abgeordnete waren nicht anwesend).

Nach der Ablehnung des Antrages erklärte der Vorsitzende des Landeselternrates Thomas Jaeger: "Heute (Donnerstag, Anmerk.d.Red.) wurde eine Chance vertan, endlich mit sauberen Zahlen und Augenmaß eine neue, nachhaltige Schullandschaft in Sachsen-Anhalt zu erhalten. Das Kultusministerium argumentiert mit nicht nachvollziehbaren Prognosen über die Entwicklung der Geburtenzahlen. Eine verlässliche Infrastruktur in den Bereichen Kindertagesstätten, Schulen und Hortbetreuung sichert die Zukunft dieses Landes."

Das sieht auch Domerslebens Schulfördervereinsvorsitzender Helge Szameitpreuß, der auf der Demo als Versammlungsleiter im Einsatz war, so: " Wir brauchen keine Rückholkampagne von Fachkräften. Wir brauchen Bildung, nicht nur in den Kreisstädten, sondern auch in ländlichen Gegenden. Es zieht doch keiner mehr aufs Land, wenn dort keine Schulen mehr sind. Das Fortschreiten der Überalterung Sachsen-Anhalts wird so nicht aufgehalten, sondern vielmehr vorangetrieben. Außer blühende Landschaften hätte Sachsen-Anhalt dann nichts mehr zu bieten."

"Wir kämpfen weiter. Denn schließt das Land weitere Schulen, blutet der ländliche Raum aus", befürchtet auch Seehausens Ortschef Eckhard Jockisch, der die nächste Schul-Protest-Demo bereits für den 22. April vor dem Kreistag ankündigt.

 

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