Ein weiterer Winter ist herum, die Situation um die Wohnhausruine und den abgesperrten Fußweg am Wefensleber Bahnhof ist unverändert. Volksstimme-Leserin Christiane Grünke fragte ein Jahr später erneut nach, wie es mit der Gefahrenquelle weitergehen soll.

Wefensleben l Das Haus verfällt zusehends, ein Bauzaun riegelt den Bereich ab, und die Bahnhofspassanten müssen weiterhin auf der von Lastverkehr geprägten Ecke die Straßenseite wechseln. "Bis heute hat sich an der Situation am Bahnhof noch nichts verändert hat", beklagt Christiane Grünke den "andauernden Missstand, von dem sich viele Wefensleber wünschen, dass er sich schnell zum Guten ändert." Grünke hatte vor einem Jahr bereits angemahnt, dass mit der Absperrung zwar die Gefahrenquelle um das Haus eingedämmt, durch den fehlenden Fußweg zugleich jedoch eine neue geschaffen worden sei, weil es in der Kreuzungskurve aus der Bahnhofstraße insbesondere für die wuchtigen Lkw eng wird, die das Gewerbegebiet hinter den Schienen anfahren.

Vom Ordnungsamt Obere Aller habe sie im August die Auskunft bekommen, dass der Landkreis sich voraussichtlich bis zum Winter darum kümmern wolle, dass der Gehweg gesichert werde, berichtet Christiane Grünke von ihren eigenen Bemühungen in der Sache. "Aber jetzt ist das Frühjahr angebrochen und alles ist noch wie im Herbst 2012." Da hatte das zuständige Bauordnungsamt des Landkreises auf Hinweis der Gemeindeverwaltung den Bauzaun als provisorische Maßnahme aufstellen lassen, weil angesichts der Baufälligkeit des Hauses Gefahr für Fußgänger und Autos in Verzug war. Die Eigentümerin, die nach Volksstimme-Informationen in Braunschweig wohnt, wurde aufgefordert, die Gefahr zu beseitigen - dazu sieht sie sich offenbar nach wie vor nicht in der Lage.

Christiane Grünke befürchtete nun, dass der unbefriedigende Zustand bei den Verantwortlichen in Vergessenheit geraten ist. "Darum möchte ich das im Namen vieler Wefensleber noch einmal öffentlich ansprechen, damit hier hoffentlich bald Abhilfe geschaffen wird."

"Wir wollen das zum Anlass nehmen, noch einmal auf die Besitzerin einzuwirken", sagt Birgit Schulze vom Bauordnungsamt Börde auf Volksstimme-Nachfrage. Gleichwohl habe man bisher jedoch keinerlei Reaktion von ihr erfahren. Mit der Absperrung, so Schulze weiter, sei die akut vom Haus ausgehende Gefahr gebannt. Eine Ersatzvornahme durch den Landkreis, also der amtlich befohlene Abriss auf zunächst eigene Kosten, wäre erst die letzte Konsequenz: "Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das aber unverhältnismäßig. Aus unserer Sicht ist noch nicht der Stand erreicht, wo die Behörde mit diesem Mittel einschreitet", sagte Schulze. Eine Begehung vor Ort in der nächsten Woche liefere womöglich neue Aufschlüsse, doch auf jeden Fall werde der Eigentümerin nochmals Gelegenheit gegeben, selbst tätig zu werden.

Wefenslebens Bürgermeister Helmut Ebeling ist sicher, dass es trotzdem auf die Vollstreckung durch den Landkreis hinauslaufen wird: "Ich glaube nicht, dass die Eigentümerin jetzt doch noch reagiert. Schade, dass sich das alles so in die Länge zieht. Ich würde den Schandfleck lieber heute als morgen abgerissen sehen. Aber uns sind leider die Hände gebunden, weil am Bahnhof alles in Privatbesitz ist."

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