Ideenreiche Klöppelkunst hat sich der Kunst- und Kulturverein Druxberge für seine erste Ausstellung des Jahres ins Haus geholt. Die mehr als 50Vernissage-Besucher waren nicht gerade wenig verblüfft ob der schöpferischen Verspieltheit, die auf dem Feld der Klöppelhandarbeit erreicht werden kann.

Druxberge l Wer meint, das Wesen der neuen Galerie-Ausstellung bestehe in lieblichen Spitzendeckchen für ältere Damen, der dürfte sich bereits beim kurzen Blick auf die Exponate ganz schnell getäuscht sehen. Vielmehr zeigt die Klöppelgruppe aus Magdeburg-Diesdorf auf, welch facettenreiche Möglichkeiten von Ausdruck und Gestaltung diese filigrane Handarbeitstechnik ermöglicht. Die Spitzendeckchen gehören freilich dazu - allein sie zeugen mit ihrem feingliedrig verwobenen Fadenlabyrinth schon von dem künstlerischen Anspruch, der dem Klöppeln innewohnt. Doch sie sind nur ein Teil einer bemerkenswert originellen Ausstellung.

"Diese Arbeiten entfalten eine starke Faszination, es steckt unglaublich viel Geduld darin und sie haben etwas Frühlingshaftes an sich, was ja sehr gut zum Start unserer Saison passt", begrüßte diesmal Theda von Graeve die Gäste in der Kleinen Galerie. Vereinsvorsitzende Beate Schmidt hatte ihre Teilnahme an der Vernissage kurzfristig krankheitsbedingt absagen müssen. "Ich habe zwar kein Glöckchen dabei, um die Veranstaltung einzuläuten", witzelte von Graeve mit Verweis auf den sonst gewohnten Ablauf, "aber zumindest auf das obligatorische Eröffnungsgedicht sollen Sie heute nicht verzichten." Sie trug derer sogar gleich zwei vor - Verse von Ludwig Uhland sowie den Mörike-Klassiker "Frühling lässt sein blaues Band ...".

Cornelia Schulze, Vorsitzende der Klöppelgruppe, gab daraufhin Einblick in die "Geheimnisse" der Handarbeitstechnik Klöppeln, erklärte, wie aus einer Idee oder einer Schablone ein verschlungenes Garnkunstwerk wird. Acht Frauen aus Magdeburg und Umgebung gehören der Klöppelgruppe an, die sich einmal wöchentlich für zwei Stunden in Diesdorf trifft, um auf der Drehspule neue Kreationen zu schaffen.

Und an Einfällen mangelt es den Damen wahrlich nicht. In der Kleinen Galerie präsentieren sie noch bis 20. April eine erlesene Auswahl teils preisgekrönter Schöpfungen vom Platzdeckchen über Nachbildungen bekannter Gemälde bis hin zu Märchenfiguren und plastischen Modellen. Manche sind ein echter Blickfang, manche wirken unscheinbar, aber allesamt sind sie eines näheren Hinsehens wert.

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