Ein Mütter-Quartett, das unter dem Motto "Kein Weg zu weit" mit dem Rad quer durch Deutschland - von Hameln bis nach Berlin - Unterschriften für den Erhalt des Hebammenberufs sammelt, macht in Wanzleben Station. Sie werden am Sonntag gegen 16 Uhr auf dem Markt erwartet.

Wanzleben l Die Protest-Aktion "Kein Weg zu weit", bei der vier Mütter im Rahmen einer Radtour von Hameln nach Berlin ein Zeichen für den Erhalt des Hebammenberufs setzen wollen, macht am Sonntag in Wanzleben Halt. Die Mütter, die auf ihren zehn Etappen quer durch Deutschland von ihren Kindern begleitet werden, werden gegen 16 Uhr auf dem Marktplatz erwartet. "Auf ihrem Weg nach Berlin sammeln die Frauen, die auf die Versicherungsproblematik der vor allem selbstständigen Hebammen aufmerksam machen wollen, an allen Stationen Unterschriften. Jede Menge davon wollen sie bei ihrer Ankunft am 12. April der Elterninitiative Hebammenunterstützung.de überreichen", rührt Hebamme Denise Lühr die Werbetrommel für die in Wanzleben geplante Aktion mit der Hoffnung, jede Menge Eltern und Großeltern am Sonntag auf dem Marktplatz begrüßen zu können. Sie selbst ist zum einen als Hebamme an der Magdeburger Uniklinik angestellt, als Ausbilderin an der Hebammenschule des Ausbildungszentrums für Gesundheitsfachberufe im Einsatz sowie in der vor dreieinhalb Jahren in Domersleben eröffneten "Babybutze" freiberuflich tätig. Gemeinsam mit den Hebammen Kathrin Freund, Dominique Kallweit und Kathleen Kramer kümmert sie sich hier unter anderem auch um die Vor- und Nachsorge von Mutter und Kind. Sie selbst erwartet ihr drittes Kind in den nächsten Wochen.

"Die Mütteraktion, die sich für die Belange der Hebammen einsetzt, vor Ort zu unterstützen, ist für mich eine Herzensangelegenheit", erklärt die Hochschwangere, die als teilweise freiberufliche Hebamme ebenfalls um das Versicherungsproblem weiß.

Hintergrund des Elternprotests: Die Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen wird sich in vier Monaten von bislang zu zahlenden 4000 auf 5000 Euro pro Jahr erhöhen. "Für selbstständige Hebammen, die ihre Versicherungskosten selbst tragen und erwirtschaften müssen, sind das Unsummen. Hinzu kommt, dass die Versicherer bereits angekündigt haben, ab 2015 aussteigen zu wollen. Ohne einen Haftpflichtversicherungsschutz droht sowohl den Freiberuflichen als auch vielen Festangestellten ein Berufsverbot. Denn ohne Berufshaftplichtversicherung dürfen Hebammen weder eine Vor- noch eine Nachsorge anbieten. Sowie auch keine Geburtsbegleitung", weiß die 38-jährige Domersleberin zu berichten.

Und genau das wollen sich die Mütter nicht nehmen lassen, merkt sie an. Ihr Ziel lautet deshalb Berlin. Hier findet am 12. April eine große Demonstration statt. "Ich hoffe deshalb, dass sich viele Bürger der Stadt Wanzleben - Börde am Sonntag auf dem Markt um 16 Uhr einfinden werden, um sich an der Unterschriftenaktion zu beteiligen", lautet der Appell der Domersleberin

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