Den Einen "stinken" die Hinterlassenschaften, andere fühlen sich auf irgendeine andere Art und Weise von ihnen genervt: streunende Katzen. Ein Aktionsbündnis will dem Problem in Oschersleben jetzt Einhalt gebieten und hatte zum Ortstermin geladen.

Oschersleben l Die kommunale Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos, die Wohnungsgenossenschaft "Neues Leben", der Tierschutzverein Oschersleben (TSV) und die Stadtverwaltung machen jetzt Front gegen streunende Katzen. Dazu werden von Ehrenamtlichen des Tierschutzvereins an prädestinierten Stellen Fallen aufgestellt, um die Streuner zu fangen, zu untersuchen und letztlich kastrieren zu lassen. "Das übernehmen die Tierärzte der Region, wir stellen die Kosten dafür bereit", erklärt Bewos-Geschäftsführer Thomas Harborth. Und sein Kollege Jens Schneider, Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft "Neues Leben", ergänzt: "Mieter haben sich oft bei uns beschwert, dass die Streuner für Geruchsbelästigung sorgen oder sich die Anwohner in vielfältigster Weise belästigt fühlen. Oft wurde ein Fütterungsverbot gefordert." Doch dieses widerspreche dem Tierschutz. "Deshalb sind wir froh, jetzt mit dem Tierschutzverein Oschersleben zusammenzuarbeiten", betont Schneider.

Laut Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig gibt es streunende Katzen im gesamten Stadt- gebiet und seit Jahren habe die Stadt allein versucht, etwas dagegen zu unternehmen. "Es sind auch weniger geworden. Doch nun sind wir froh, dass Bewos, `Neues Leben` und Tierschutzverein mitmachen", sagt der städtische Mitarbeiter. Außerdem bittet Ludwig jene um Unterstützung, die die freilebenden Katzen regelmäßig füttern. "Die Streuer müssen eingefangen und kastriert werden, damit die Populationen abnehmen", unterstreicht der Ordnungsamtschef.

Unterdessen klärt Gabi Pelcynski vom TSV über die Kosten auf, die die Wohnungsunternehmen investieren. So schlage die Kastration eines Katers mit rund 40 Euro zu Buche, bei einer Katze müsse das Doppelte aufgewendet werden. Ein professionelles Unternehmen verlange für Fangen und Sterilisation 200 bis 300 Euro. "Das Fangen ist immer eine aufwendige Sache", betont Pelcynski. Auch seien die Samtpfoten clever und tappen selten in die Fallen. So bittet die Tierschützerin darum, freilebende Katzen wenigstens im Moment weniger zu verpflegen. Außerdem könnten sich Fütterer beim Tierschutzverein melden, um den Ehrenamt- lichen beim Fangen der Streuner zu unterstützen. Einst freilebenden Katzen würden anschließend natürlich wieder in die gewohnte Umgebung entlassen.

Um Verwechslungen zu vermeiden, sollten laut Gabriele Brakebusch, ebenfalls im TSV aktiv, Hauskatzen mit Halsbändern kenntlich gemacht werden. "Frauchen und Herrchen müssen überhaupt keine Angst um ihre Lieblinge haben. In die Falle gegangene Privattiere können sich nicht verletzen und werden im Übrigen sofort freigelassen", sagt Brakebusch und appelliert an Katzenbesitzer, ihre Samt- pfoten möglichst ebenfalls kastrieren zu lassen.

Fütterer und Freiwillige, die beim Fangen der Streuner helfen wollen, können sich beim TSV unter folgender Telefonnummer melden: 03949/82485.