Die Schüler der Ohre-Schule in Uthmöden sollen den richtigen Umgang miteinander trainieren. Dazu hat Schulsozial- arbeiterin Susann Müller Pausenhelfer organisiert. Wie Schulpolizisten regeln sie das Miteinander und kommen bei den Mitschülern gut an.

Uthmöden l An der Uthmödener Ohre-Schule regeln seit kurzem Pausenhelfer das Miteinander in den Pausen. Stänkerer kassieren für Gemeinheiten Verwarnungen, bei drei Vergehen erhalten sie einen Platzverweis und müssen die Pause im Schulgebäude verbringen. Pausenhelfer überwachen das Geschehen auf dem Schulhof und werden bei ihrer Arbeit von Stationsleitern unterstützt. Ein Team besteht aus einem Pausenhelfer und einem Stationsleiter.

Der Schüler Jamie-Lee Kilian ist einer von ihnen. An einem Klettergerüst steht er und beobachtet das Spiel seiner Mitschüler. Er erklärt: "Ich passe auf, dass es hier keinen Streit gibt." Schon länger ist Jaimee-Lee Mitglied bei der Jugendfeuerwehr. Er weiß, wie wichtig Regeln sind, denn Feuerwehrleute müssen den Ablauf ihrer Einsätze gut organisieren. "Pausenhelfer sein ist da sehr ähnlich", findet Jaimie-Lee.

Die Regeln, nach denen Vergehen und Gemeinheiten geahndet werden haben die Schüler mit Schulsozialarbeiterin Susann Müller erarbeitet. "Vielen Kindern fehlt Sozialkompetenz im Umgang miteinander", erklärt sie. Nur wenige Mädchen besuchen die Schule in Uthmöden. Hauptsächlich Jungs drücken dort die Schulbank. Die Regeln sollen den Schülern helfen. Sie erhalten dadurch Reaktionsmöglichkeiten und Handlungsanweisungen. Das ist wichtig, weil viele der Schüler am Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) leiden oder zusätzlich noch hyperaktiv sind.

Dass die Arbeit der Pausenhelfer gut angenommen wird, erlebt John Duray. Der Elfjährige regelt den Ablauf beim Fußball. "Ich greife beim Streit ein", erklärt er. Das tut er mit Augenmaß. Als sich zwei Mitschüler beschweren wollen, lässt John den mutmaßlichen Übeltäter zu Wort kommen. Der erklärt, dass er sich beim Fußballspielen ein wenig mehr einsetzen muss, um gegen die zwei Beschwerdeführer bestehen zu können. Deshalb ging es auch beim Spiel ein wenig rauer zu. Nach einer Ermahnung von John kann es weitergehen. Eine Verwarnung für die Spielweise hat niemand kassiert.

Die Ohre-Schüler akzeptieren die Pausenhelfer. Zwar sorgen ihre weißen T-Shirts und Trillerpfeifen für kurze Irritation, doch schon nach der ersten Pause wollen viele Schüler ebenfalls Pausenhelfer werden. Susann Müller gibt ihnen Hoffnung: "Im Moment ist das Projekt in den Unterricht der fünften Klasse integriert. In den nächsten Jahren soll es als Arbeitsgemeinschaft allen offen stehen." Damit könnten auch Schüler anderer Klassen als Pausenhelfer eingesetzt werden.

Ein großes Lob hat Müller für ihre Pausenhelfer übrig: "Als es darum ging, zu Teams zusammenzukommen haben die Schüler selbständig ausgewählt, mit wem sie am besten arbeiten können." Nicht immer werden deshalb beste Freunde zusammen eingesetzt. "Damit habe die Schüler eine wichtige Erfahrung gemacht, in dem sie selbständig ihre Arbeit organisiert haben", meint Müller.