Nach langer Zeit ohne Eheschließungen gab es in nur fünf Tagen gleich zweimal für die Hohendodeleber Feuerwehr etwas zu feiern. Zwei Kameraden sagten "Ja".

Hohendodeleben/Wanzleben l Das Plüschmaskottchen der Hohendodeleber Feuerwehr, Grisu, trug in den vergangenen Tagen Schleier. Und auch der Tanker H3A, Baujahr 1956, trug Hochzeitskluft. Liebevoll hatten Andrea Drebenstedt und ihre fleißigen Helfer von der Feuerwehr und den dazugehörigen Vereinen das alte Fahrzeug mit kleinen Schleifen und Herzen dekoriert, denn ihm standen zwei besondere Einsätze bevor. Es gehörte nämlich zur Kulisse, nachdem zwei Hohendodeleber Feuerwehrmänner "Ja" gesagt hatten. Großereignisse für die Hohendodeleber Kameraden, denn inzwischen ist eine ganz schön lange Zeit vergangen, seitdem der letzte Kamerad in den Hafen der Ehe eingelaufen war.

Nun aber waren es Denny Kadanik und Sven Drebenstedt, der zudem auch stellvertretender Stadtwehrleiter der Stadt Wanzleben - Börde ist, die fast zeitgleich ihr Liebesglück mit dem Ringtausch besiegeln wollten. Denny Kadanik hatte mit seiner Claudia, geborene Stolz, den 26.April als Tag zum Heiraten ausgesucht. Da auch seine Feuerwehrkameraden diesen Termin dick im Kalender angestrichen hatten, erklang ein lautes Tatütata auf dem Wanzleber Marktplatz, als das Brautpaar aus dem Rathauskeller kam. Das Schlauchspalier war aufgerichtet und Marcus Drebenstedt, ebenfalls Feuerwehrmann, spielte gemeinsam mit Jens Merseburger auf der Rathaustreppe Trompete. Seifenblasen, die die Mitglieder der Kinderfeuerwehr aus kleinen Pistolen abfeuerten, erfüllten die Luft auf dem Marktplatz. Natürlich fehlte auch das Schlauchstück, bei dem das Brautpaar sein Zusammenspiel beim Sägen unter Beweis stellen konnte, nicht.

In den Reihen der Zuschauer beobachteten zwei - Sven Drebenstedt und Stefanie Zens - das Geschehen ganz genau. Nur fünf Tage später, also am Mittwoch, sollte für sie der große Tag ihres Lebens kommen. Und wieder waren die Kameraden von der Hohendodeleber Feuerwehr mit Mann und Maus aus allen Abteilungen sowie die Mitglieder der dazugehörigen Vereine zur Stelle. Auf der Burg Wanzleben, wo sich das Paar unter freiem Himmel ewige Treue schwor, galt es diesmal das Schlauchspalier zu errichten, die Seifenblasen in die Luft zu schießen und den Sägebock mit dem Schlauchstück in Position zu rücken. Das Trompetenspiel durfte ebenfalls nicht fehlen. Strahlend meisterten die Frischvermählten die Aufgaben bestens, selbst als ein Herz aus einem Bettlaken herausgeschnitten werden musste, zeigten sie ihre Einigkeit.

Vielleicht ist das jetzt Ansporn für einige andere Kameraden und das Hochzeitsfieber lässt so schnell nicht nach. Andrea Drebenstedt, Mutter von Sven Drebenstedt, würde es freuen. "Doch nicht nur Hochzeiten wollen wir haben, auch Feuerwehrkinder", sagt sie mit Blick auf die Kinderfeuerwehr, die sie leitet.

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