Die besten Trophäen von Jägern aus ganz Sachsen-Anhalt sind beim Landesjagdverband in Langenweddingen von Experten genau unter die Lupe genommen und bewertet worden. Die guten Bewertungen zeigen, dass das Wild des Landes trotz des langen Winters 2013 eine gute Kondition aufweist.

Langenweddingen l Die Bewertung der Trophäen ihres geschossenen Wildes ist für die Jäger eine freiwillige Angelegenheit. Endet das Jagdjahr am 31. März ziehen die einzelnen Jägerschaften Bilanz und bereits hier werden Trophäen bewertet und zur Schau gestellt. Die besten und mit Medaillen bewerteten Trophäen der Jägerschaften zwischen dem Burgenlandkreis, über den Harz bis Salzwedel gehen alljährlich zum Landesjagdverband, wo eine weitere Bewertung nach internationalen Maßstäben vorgenommen wird. Mathias Ködel, Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes in Langenweddingen, berichtete, dass in diesem Jahr 89 Trophäen von mehr als 80 Jägern aus ganz Sachsen-Anhalt bewertet wurden. Nur eine einzige Trophäe blieb ohne Bewertung. Die vorgelegte Zahl entspricht in etwa der der Vorjahre. Insgesamt wurden in diesem Jahr 18 Gold-, 35 Silber- und 24 Bronzemedaillen vergeben.

Das genaue Vermessen, Wiegen und das Umrechnen nach Punkten nahm mehrere Stunden in Anspruch. Für die einzelnen Wildarten - Rothirsch, Damhirsch, Muffel, Rehböcke und Keiler - werden verschiedene Bewertungskommissionen gebildet, die aus fünf bis sechs erfahrenen Jägern bestehen.

Und während die Experten die Köpfe zusammenstecken, beraten und rechnen, nutzen die angereisten Jäger gern die Wartezeit bis zur Auswertung, um ins Gespräch zu kommen und zu fachsimpeln.

Werden die ersten Trophäen aufgehängt, werden diese genau unter die Lupe genommen. Großes Interesse fanden die Trophäen eines Jägers, der zum Geweih eines gestreckten Rothirsches die Abwurfstangen eines jeden Jahres mit zur Schau stellte.

"Trotz des langen Winters 2013 hat uns die Trophäenschau gezeigt, dass wir in Sachsen-Anhalt gutes Wild in guter Kondition finden, denn das Wild hatte trotz der Strenge des Winters die Kraft, gute Trophäen zu schieben", fasste Mathias Ködel zusammen. Dass bei den Rehböcken wieder die höchste Zahl an Trophäen vorgelegt wurde, ist nicht verwunderlich, da die Rehböcke am häufigsten zur Strecke gebracht werden. "Spitzentrophäen sind hier aber eher selten. Es war wegen des langen Winters und des Hochwassers ein schlechtes Rehjahr", so Mathias Ködel.

Beim Muffelwild wurden in diesem Jahr einige Trophäen mehr als in den Vorjahren vorgelegt. Auch bei den Keilerwaffen gab es ein Plus, es war die zweitstärkste Vorlage überhaupt.

Noch gibt es nach Ende des Jagdjahres keine genauen Zahlen, doch der Landesjagdverband schätzt, dass insgesamt 5800 Stück Rotwild, 5000 Damwild und 51000 Stück Rehwild sowie 30000 Wildschweine im vergangenen Jahr zur Strecke gebracht worden sind.