Ob gemächlichen Schrittes oder im rasanteren Trab - die Hufe wurden erst gen Ost, dann gen West geschlagen. Zum fünften Mal führte ein "Grenzenlos-Ritt" Reiterfreunde aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt quer durch die einstigen Grenzlande.

Hötensleben l Am Start in Offleben zeigte sich die Erfahrung der Organisatoren. Im Ort waren nicht nur Hinweisschilder angebracht, Ordner wiesen auch alle Teilnehmer zum Treffpunkt ein. Hier wurden die Pferde gesattelt und eine Kutsche flottgemacht, um in verschiedenen Tempogruppen nach Hötensleben aufzubrechen. Einige Reiter hatten da schon die erste Etappe hinter sich, weil sie zu Pferde in Offleben angetrabt kamen. "So waren manche an diesem Tag mehr als 30 Kilometer unterwegs, obwohl die ausgewiesene Grenzrittstrecke nur etwa sechs Kilometer lang war", erklärte Susanne Goering, die zusammen mit dem Reit- und Fahrverein Helmstedt für das Treffen verantwortlich zeichnete. Erfreut begrüßte sie rund 30 Teilnehmer verschiedenster Altersklassen und merkte an: "Das Reiten in einer größeren Gruppe fremder Pferde ist eine Herausforderung, die hier ganz nebenbei geübt und gemeistert wird."

Der Ritt durchs Grüne Band führte alle hin zum Grenzdenkmal nach Hötensleben. Dabei bot sich Gelegenheit zum lockeren Sattelplausch in der erwachenden Frühlingsnatur oder auch zu einem Abstecher zum so genannten Phenolsee. In Hötensleben wurde die Gruppe bereits von einigen Schaulustigen erwartet. Deren Warten hatte sich wirklich gelohnt, denn der bunte Tross aus Ponys und Großpferden bot schon einen besonderen Anblick. Die Rast wurde für eine Denkmalführung genutzt, und bevor die Gruppe den Rückritt antrat, drehten einige Reitersleute noch eine Besichtigungsrunde durchs Dorf.

Zurück in Offleben hatten die wackeren Vierbeiner Feierabend. Sie hatten sich die Weidepause nebst einer Extraportion Möhren und Heu redlich verdient. Die Zweibeiner dagegen unternahmen einen Spaziergang auf dem Grenzwanderweg und frönten bei Kuchen, Grillwurst und Musik der Gemütlichkeit. "Wir lernten uns untereinander kennen und führten Gespräche über den absolvierten Ritt - so hatten wir uns das vorgestellt. Das war ein rundum gelungener Tag", befand Susanne Goering. So wurden zum Maifeiertag an einem Ort, der früher für Teilung und Gefahr stand, viele schöne Eindrücke gesammelt und neue Freundschaften geschlossen. Nicht zum letzten Mal, wie sich die Reiterfreunde zum Abschied gegenseitig versicherten.