Nach einjähriger Pause kehrt die Theatergruppe "Comedia G(Cl)audius" auf die Bühne zurück. Am 14. Juni hat sie einen Auftritt auf dem Jahresfest der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung, das unter dem Motto "Querdenken statt Querstellen" gefeiert wird.

Von Sebastian Pötzsch

Oschersleben l Erzählt werden soll die Geschichte "Der Wunschpunsch" von Michael Ende. Seit Anfang März übt die 17-köpfige Theatergruppe und hat sich ganz bewusst für dieses Stück entschieden. "Es geht im weitesten Sinne um schlechte Umwelteinflüsse, ausgerottete Tiere und Naturkatastrophen", sagt Ute Illig, die sich mit Petra Fischer und Bettina Wirauski um Inszenierung, Kostüme und Bühnenbild kümmert. "Auf der Erde ist es sozusagen fünf vor zwölf und es muss etwas getan werden." Die Botschaft passe hervorragend zum diesjährigen Motto des Stiftungsfestes "Querdenken statt Querstellen". Dazu wollen auch die Akteure von "Comedia G(Cl)audius" ihren Teil beitragen.

"Das ist eine ungeheure Menscherei!" tönt es in der späten Nachmittagssonne über das Stiftungsgelände in der Oschersleber Hermann-Krebs-Straße. Eine Gruppe steht im Kreis und sagt immer wieder diesen Satz. Mal laut und mal ganz leise. Ein paar Minuten später hat sich der Kreis aufgelöst und sonderbare Gestalten agieren auf dem satten Grün. Der Zauberer Beelzebub Irrwitzer, die Hexe Tyrannja Vamperl, der Kater Maurizio di Mauro und der Rabe Jakob Krakel haben einiges zu klären. Elementargeister schwingen weiße Tücher zu flotter Musik oder rappen mit Sonnenbrille und Basecap den "Zauberlehrling". Mehr als eine Stunde wird an diesem Tag an der frischen Luft geprobt. Neun Seiten umfassen Text und Regieanweisungen und bei vielen sitzt das Drehbuch schon erstaunlich gut. Besonders Neuzugang Christian Brinkop, der mit dem Down-Syndrom auf die Welt kam und eine Hauptrolle spielt, muss das Textblatt überhaupt nicht bemühen: Seine Rolle als Kater Maurizio sitzt.

Kostüme und Bühnenbild werden selbst gebaut

Nach der Probe folgt ein lockeres Fazit. "Wir müssen uns noch besser abstimmen und mehr Pepp reinbringen", sagt Ute Illig, die als Souffleuse manchen Texthänger sofort ausbügelt. Fünf Wochen Zeit bleiben der Gruppe noch für den letzten Schliff. Vor allem Kostüme und Bühnenbild schlucken noch einmal Zeit, denn alles wird in Eigenleistung umgesetzt.

Nach der Premiere wie demnächst der von "Der Wunschpunsch" ist es Tradition, dass die Theatertruppe durch das Land tingelt, sofern sie gebucht wird. Bei der Landesgartenschau 2010 ist sie schon aufgetreten.

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