Wer auf dem Friedhof in Hohendodeleben derzeit das "stille Örtchen" aufsucht, steht vor verschlossener Tür. Hier gibt es zwar eine öffentliche Toilette, aber die ist verriegelt. Anlass dafür sind unzumutbare Verschmutzungen. Nun will die Ortschaft aber prüfen lassen, inwieweit eine Öffnung wieder möglich ist.

Hohendodeleben l Entsetzen in Hohendodeleben. Die Toilette auf dem Friedhof ist nicht mehr zugänglich. Die Tür ist verschlossen, ein Hinweis auf das Warum fehlt aber. Wo sollen denn nun die Besucher hin, die ein menschliches Bedürfnis überkommt, wenn sie auf dem Friedhof die Grabstellen ihrer Angehörigen pflegen?

"Für mich ist das nicht nachvollziehbar, weil die Toilette errichtet wurde, damit sie von Besuchern des Friedhofs benutzt werden kann", bemängelt unter anderem der Hohendodeleber Wolf-Burkhardt Bach in einem Leserbrief an die Volksstimme. Der gleichen Meinung ist auch Hubert Friepörtner, auch Hohendodeleber, dem der Zustand ebenfalls aufgefallen ist.

Die Entscheidung, dass die Toilette auf dem Friedhof zum Herbst des vergangenen Jahres verschlossen und auch zum Frühjahr nicht wieder geöffnet wurde, hat Hohendodelebens Ortsbürgermeister Werner Jander (CDU) getroffen.

"Wir haben zum Winter das Wasser abgestellt, die Toilette war aber auch stark verschmutzt", erklärte der Ortsbürgermeister auf telefonische Nachfrage. Der Verursacher sei nicht bekannt, aber derartige Verschmutzungen mit Fäkalien zu beseitigen, sei auch für die Gemeindearbeiter unzumutbar.

"Deshalb haben wir uns entschlossen, die Toilette auch jetzt nicht wieder zu öffnen", so Werner Jander, der auch von anderen Friedhöfen weiß, dass es dort keine öffentlichen Toiletten gibt. Ihm selbst war allerdings das Problem um das stille Örtchen zuvor noch nicht zu Ohren gekommen.

Auch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Stadt Wanzleben - Börde war das Problem mit der Toilette auf dem Hohendodeleber Friedhof Thema.

Nach Aussage von Matthias Gent (SPD), stellvertretender Bürgermeister in Hohendodeleben und Bauausschussmitglied, wurden hier auch Absprachen mit der Verwaltung getroffen, dass die Toilette zu Beisetzungsterminen und an kirchlichen Feiertagen, wenn bekanntlich ein Besucherandrang auf dem Friedhof zu erwarten ist, geöffnet wird.

Werner Jander stellte unabhängig davon aber während des Gespräches mit der Volksstimme eine andere Überlegung an: "Wir werden prüfen, wie wir die Toilette öffnen können, wird sie dann allerdings wieder in unzumutbarem Maße verschmutzt, wird sie wieder geschlossen."

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