Alle zwei Jahre muss die Risikoanalyse einer Gemeinde auf den Prüfstand, um dann den Bedarf an Personal und Technik der Feuerwehren anzupassen. In der Westlichen Börde ist es jetzt soweit, der Verbandsgemeinderat hat den Auftrag zur Fortschreibung erteilt.

WestlicheBörde l Mit leichter Verzögerung sollen nun die Risikoanalyse und der Brandschutzbedarfsplan für die Verbandgemeinde Westliche Börde überprüft und fortgeschrieben werden. Die Mitglieder des Verbandsgemeinderates haben in ihrer jüngsten Sitzung dazu ihre Zustimmung gegeben.

Gemeindewehrleiter Christian Marquardt erläuterte, dass die Verordnung über die Mindeststärke und -ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren vorsieht, dass die Risikoanalysen der Gemeinden spätestens alle zwei Jahre überprüft werden müssen. Aufgrund der Ergebnisse lässt sich feststellen, was nötig ist, um den abwehrenden Brandschutz und die Hilfeleistung im Gemeindegebiet zu gewährleisten. Dieser sogenannte Brandschutzbedarf bezieht sich sowohl auf die notwendige Ausrüstung mit Fahrzeugen und Geräten als auch auf die personell zu besetzenden Funktionen in der Feuerwehr.

Doch genau bei dem Personal haben manche der Ortswehren eine große Schwachstelle. Dieser Hintergrund hat die Gemeinderäte auch bewogen, das in der Risikoanalyse bisher festgelegte Schutzziel nach unten zu korrigieren. Künftig soll das Schutzziel der Freiwilligen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Westliche Börde nicht mehr bei 85 Prozent, sondern bei 80 Prozent liegen. Das entspricht immer noch den nach aktueller Rechtsprechung geltenden Mindestanforderungen, heißt aber auch, dass eine Reihe von Örtlichkeiten in der Gemeinde nicht von dem geforderten Personal und der geforderten Technik im Rahmen der Hilfsfrist erreicht werden kann.

Das Rendezvous-System, in dessen Rahmen heute bereits mehrere Feuerwehren gleichzeitig zum Einsatz alarmiert werden, ist ein Ansatz, um auch tagsüber rechtzeitig mit genügend Feuerwehrleuten am Brandherd zu sein. Doch für die Zukunft reicht das allein wohl nicht mehr aus. Ratsmitglied Clemens Köhler, der die Personalprobleme in den Feuerwehren auch als Wehrleiter der Gemeindefeuerwehr Ausleben kennt, forderte deshalb von der Gemeindewehrleitung Konzepte und Ideen, wie das Personal in den Feuerwehren gehalten werden könnte.

Klare Ansätze hatte Christian Marquardt an diesem Abend noch nicht parat. Er war sich jedoch bewusst, dass Wege gefunden werden müssen, um Personal für die Feuerwehren zu finden. Dabei scheute er sich auch nicht, laut über eine Lösung in Richtung Pflichtfeuerwehr nachzudenken.

Wo konkret die Schwachstellen sind, soll sich in den kommenden Monaten erschließen, wenn unter Federführung der Gemeindewehrleitung die Risikoanalyse und die Bedarfsplanung fortgeschrieben werden. Dabei werden auch die Ortwehrleitungen und das Ordnungs- und Bauamt der Verwaltung der Verbandsgemeinde Westliche Börde einbezogen.

Geplant ist, dass der Verbandsgemeinderat die überarbeitete Risikoanalyse und den Plan für den Brandschutzbedarf bei seiner Sitzung im Oktober auf dem Tisch hat. Der Fachausschuss des Verbandsgemeinderates soll bereits im Vorfeld informiert werden. Bevor der Verbandsgemeinderat den endgültigen Beschluss fasst, muss auch die Kommunalaufsicht eine fachliche Stellungnahme abgeben.

Ein wichtiges Datum ist der 15. November dieses Jahres. Bis zu diesem Tag hat der Fachdienst Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen die Frist verlängert, in der die Risikoanalyse fortgeschrieben werden darf. Die derzeit gültige Risikoanalyse wurde am 1. September 2011 - also vor mehr als zwei Jahren - durch den Verbandsgemeinderat verabschiedet.